Die Finanzkrise in Europa verunsichert zunehmend die Deutschen. Mehr als ein Drittel der Befragten, hat kein Vertrauen in die Banken.
Die Finanzkrise in Europa lässt die Deutschen doch nicht so kalt, wie man immer annehmen konnte. Eine Studie von „TNS Infratest“, die im Auftrag der Allianz Bank durchgeführt wurde hat gezeigt, dass das Vertrauen der Deutschen in die Wirtschaft und die Banken in den letzten Monaten deutlich gesunken ist. Vor allem die Angst vor der Geldentwertung beschäftigt die Deutschen. Die Unsicherheit über gute verlustfreie Anlagemöglichkeiten wächst mit sinkendem Vertrauen. Was sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie?
TNS Infratest hatte im Auftrag der Allianz Bank 2277 Menschen ab 18 Jahren befragt, die in ihrem Haushalt über finanzielle Fragen selbst oder mitentscheiden. Von den 2277 Befragten gaben 33% an, dass sie kein bzw. kaum Vertrauen mehr in die Stabilität des Euro haben. Sie schätzen die Situation jedoch auch nicht als aussichtlos ein. Der Großteil der Deutschen ist bis jetzt noch mit ihrer Vermögenssituation zufrieden. Gaben im Frühjahr diesen Jahres 37% bei einer Befragung an, Angst davor zu haben, dass ihr Vermögen durch die Inflation an Wert verliert, so hat sich die Zahl der ängstlichen mittlerweile auf 46 Prozent erhöht. 45% der Befragten gaben an, sich nicht sicher zu sein, wo sie ihr Geld am besten anlegen sollen.
Wie schon erwähnt sind 45% der Befragten verunsichert über kluge, risikoreiche und verlustfreie Investitionen. Anlagen wie Aktien und Fonds verlieren immer mehr an Attraktivität, da es viel zu unsicher scheint, während das Interesse an Immobilien oder an Anlageformen wie Betriebsrenten wächst. 53% der Deutschen gaben an, dass sie nach wie vor ihr Geld in Anlageklassikern wie einem Sparbuch oder -brief anlegen, was ein Plus von 2% ist. Obwohl die Sorge um die eigene finanzielle Entwicklung steigt, sind immer noch 42% der Befragten zufrieden mit ihrem Vermögen.
Die Studie befragte die Leute auch nach ihrem allgemeinen Vertrauen in den Euro. Hier ergaben die Auswertungen, dass 30% der Befragten, Vertrauen in die Stabilität der Währung haben, während 36% nur teilweise Vertrauen in die europäische Währung haben. Während 33% ihren Glauben an den Euro verloren haben, sind im Osten Deutschlands sogar 35% pessimistisch. Weiterhin ergab die Studie, dass das Vertrauen der 40-59 jährigen am geringsten ist. Von ihnen hatten sogar 39% der Befragten kein Vertrauen mehr in den Euro. Auch wenn die Befragten mit ihrem Vermögen zufrieden sind, sind viele immer noch nicht mit ihrem Nettoeinkommen zufrieden. Während 23% denken, dass sich die Nettolöhne in den nächsten zwei Jahren verbessern werden, stehen 56% der Befragten dem pessimistisch gegenüber und denken, dass sich an ihrem Einkommen nichts ändern wird.
Ob die Angst der Deutschen so unbegründet ist, ist wirklich fraglich. Heute und morgen treffen sich in Brüssel die Regierungschefs, um an einer Lösung für die Eurokrise und Europa zu arbeiten. Nun wurden die Ergebnisse des Blitzschnelltests veröffentlicht, bei dem sechs deutsche Banken durchgefallen sind.
Es bleibt abzuwarten, ob die Pessimisten oder die Optimisten Recht behalten sollen.