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Zinssturz lässt Raum für Spekulationen

Autor: Rainer
abgelegt in: Finanzmarkt

Notenbank-Chef Ben Bernanke © flickr / trackrecord

Am gestrigen Mittwoch senkte die US-Notenbank Fed erneut den Leitzins, der inzwischen nur noch 3,0 Prozent beträgt. Damit verringerte sich der elementare Zinssatz innerhalb von zwei Wochen um 1,25 Prozentpunkte, dies ist der drastischste Eingriff seit dem 11. September.

Welche Motivation besitzt Notenbank-Chef Bernanke mit der erneuten Absenkung des Leitzinssatzes. Die Angst vor einer möglichen Rezession in den USA ist momentan riesig auf dem amerikanischen Aktienmarkt. Das billige Geld soll sich als Segen für Konjunktur und die Börse herausstellen. Dank des niedrigen Zinssatzes sind auch Kredite wieder günstiger zu haben, womit das Investitionskapital der Firmen steigt und somit einer Rezession vorgebeugt werden kann. Dies wäre die Idealwirkung einer solchen Absenkung des Leitzinssatzes.

Auf der anderen Seite ist die Börse immer ein Ort für Spekulationen. Liegen den Verantwortlichen der Notenbank womöglich Zahlen vor, die einen noch größeren Rückgang der Wirtschaft belegen und sie versuchen mit der Senkung des Leitzinses dies rechtzeitig abzufedern. Würde sich diese Meinung auf dem Börsenparkett durchsetzen, wäre ein weiterer Kursverlust an den Börsen dieser Welt die Folge.

Der erhebliche Zinssturz wird außerdem von führenden Finanzexperten kritisiert. Schließlich hätte die jahrelange Niedrigzinspolitik von Ex-Notenbank-Chef Greenspan erst die Grundlage für die Immobilienkrise geschaffen. Dieser hatte von 2001 an den Leitzins von 6,5 Prozent bis auf einen Prozent abgesenkt. Erst in den zurückliegenden zwei Jahren hatte sich der Zinssatz wieder in höheren Regionen eingependelt. Mit der erneuten Absenkung würde die Notenbank nun versuchen, den Weg aus der Krise zu ebnen, ohne die eigentlich Problematik in Angriff zu nehmen.

Zwar zielte Greenspans Zinspolitik vor allem auf die Börse, um den Dow Jones stabil zu halten, jedoch ermöglichte er damit der amerikanischen Kreditwirtschaft derart billiges Geld, dass Amerikaner Kredite erhielten, die sie niemals hätten erhalten dürfen. Die Motivation von Bernanke ist vor allem die Stabilisierung der Konjunktur, jedoch sollte man aufpassen, dass man nicht zu sehr in den Rezessionszyklus eingreift, weil dies verheerende Wirkungen haben könnte, wenn die Wirtschaftskraft trotz alledem wegfällt.


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