Nach verschiedenen Quartalsberichten dieser Woche bei einigen großen Versicherern wie Allianz, AXA, AIG, AMB Generali, aber auch von den Rückversicherern Münchner und Hannover Rück mußten Wertberichtigungen im Dreistelligen Millionenbereich vorgenommen werden.
Grund waren die anhaltend schlechten Kursentwicklungen im internationalen Aktienmarkt und die damit verbundenen Korrekturen im Portfolio der Unternehmen. Bis zu vierzig Prozent seien die Gewinnüberschüsse eingebrochen, meldete die AMB Generali und war nicht einmal Spitzenreiter.
Versicherungsunternehmen halten in ihren Dienstleistungen zum Beispiel fondsgebundene Lebensversicherungen. Durch den Kursverfall an den Börsen seien auch die Gewinnaussichten dieser Policen im Keller. Grund genug für die Verbraucher andere Formen der Daseinsvorsorge in Augenschein zu nehmen. Schlecht für die Versicherer. Die Kursverluste schlagen voll zu Buche, auch wenn nicht alle, zum Beispiel die Allianz-Versicherung, das in ihren Bilanzen so auflistet.
Die Allianz rechnet neben ihren bis jetzt ausgewiesenen Verlusten von 490 Millionen Euro mit bis zu 800 Millionen Euro weiteren Abschreibungen, sollten sich die Märkte auf diesem Niveau stabilisieren. Zudem kommt für den Versicherungskonzern noch die ausserordentlichen Belastungen durch die Dresdner Bank-Tochter hinzu, die im ersten Halbjahr 2008 eine negative Bilanz auswies. Auch der geplante Verkauf der Tochter kam nicht so recht in Gang, so dass Kai Diekmann, Vorstandschef der Allianz, keine Prognose für das laufende Jahr mehr geben mochte.
Übel mitgespielt wurden auch Versicherungsunternehmen, die im Handel mit CDO`s (”Collateralized Debt Obligation”) und ABS („asset-backed security“) verwickelt sind.
Normalerweise sind Versicherungsunternehmen eher Konservative Anleger, die auf solide, sichere Anlagen setzen. Ein Großteil ihrer Anlagen sind festverzinsliche Wertpapiere, nur 10-20 Prozent sind in Aktien investiert. Doch auch hier hat die Gier nach höchstmöglichem Profit so manchen Manager nicht ruhig schlafen lassen.
Zum Beispiel die American International Group (AIG), die sich total verhoben hat und jetzt 5,5 Milliarden Dollar an faulen Krediten abschreiben mußte im zuge der Hypotheken- und Finanzkrise.
Dass bei solchen Aussichten der großen Versicherer die Aktienkurse der benannten Unternehmen in den Keller sackten, scheint nicht weiter erwähnenswert…
Oktober 23rd, 2008 um 5:25 pm
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