Gestern endlich wurde es bestätigt. Die Allianz SA veräußert ihre Tochter Dresdner Bank für 9,8 Milliarden Euro an die Commerzbank AG. Der Verkauf wurde am Sonntag Abend von beiden Unternehmen beschlossen.
Dabei überschlagen sich die Meldungen: Analysen, Meinungen, Kommentare, Mitteilungen, etc. Es scheint ein wahrer Hype zu sein.
Zurück zu den Fakten. Die Commerzbank AG wird die Dresdner Bank kaufen und beide Banken werden fusionieren, das heißt, das die Dresdner Bank praktisch aufgehen wird in der Commerzbank. Es sollen bis zu 700 Filialen geschlossen werden und man geht davon aus, dass bis zu 10.000 Menschen ihren Job verlieren werden.
Besonders im Fokus der Neustrukturierung liegt die Dresdner Kleinwort, die Investment-Sparte der Dresdner Bank. Durch ihre Aktivitäten im Subprime- und Hypotheken-Markt und dem folgenden Wertverlust von gut 3 Milliarden Euro der gehandelten Werte schrieb Kleinwort tiefrote Zahlen und verhagelte die Bilanzen der Mutter Allianz SA.
Die Commerzbank spricht von Synergien in Höhe von 5 Milliarden Euro, die durch die Umstrukturierungen erzielt werden könnten. Nun zum Deal:
Der Allianz-Konzern wird für den Verkauf insgesamt 9,8 Milliarden Euro erhalten. Davon sind 6,5 Milliarden als Aktienpaket angelegt, die die Allianz von der Commerzbank erhält und damit zum größten Einzelaktionär der Commerzbank wird.
Zudem wechselt die Cominvest den Besitzer und geht in den Bestand der Allianz über. Außerdem wird die Commerzbank einen Vertriebskanal für Allianz-Produkte öffnen und diese, wie bei der Dresdner schon praktiziert, in den Filialen anbieten.
Die beiden Traditionshäuser Commerzbank und Dresdner Bank werden durch die Fusion zur zweitgrößten Vollbank Deutschlands.