Nach dem bereits erfolgreichen ersten Quartal 2009 verkündetet die Deutsche Bank einen erneuten Milliardengewinn auch für das zweite Quartal, April bis Juni. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann rät dennoch zu Vorsicht, und zwar aus gutem Grund.

Denn auch Milliardengewinne wie jetzt bei der größten Privatbank in Deutschland sind immer im wirtschaftlichen Kontext zu sehen, das heißt im Vergleich zu den Zahlen der vorherigen Quartale, aber auch in Hinblick auf die kommenden.
Gerade bei einem Geldinstitut wie der Deutschen Bank, die als Universalbank auf sehr vielfältige Weise mit Geld in Kontakt ist, müssen ausserdem die verschiedenen Sparten auch getrennt voneinander analysiert werden, bevor von einem generellen wirtschaftlichen Erfolg gesprochen werden kann.
Während die Deutsche Bank auf dem Gebiet des Investmentbankings im zweiten Quartal besonders erfolgreich war, also beim Handel mit Währungen und Anleihen oder auch Optionsscheinen, liefen andere Gebiete alles andere als gut.
Vor allem das Geschäft mit Privatkunden bescherte Deutschlands größter Bank rote Zahlen. Im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise musste auch die Risikovorsorge deutlich erhöht werden. Mit einer Milliarde Euro liegt sie sieben Mal höher als zuvor.
Der Vergleich der einzelnen Quartale und Sparten zeigt deutlich, dass Erfolge und Misserfolge sich häufiger abwechseln, als man denkt, vor allem während der immer noch andauernden Finanzkrise. Insgesamt hatte die Deutsche Bank 2008 mit einem Minus von 3,9 Milliarden abgeschlossen. Inwiefern die beiden Milliardenerfolge von 2009 bis zum Jahresende ausgebaut werden können, wird sich noch zeigen, das hängt aber natürlich auch von der Entwicklung des Finanzmarktes ab und der erhofften Wirtschaftskonjunktur.
Josef Ackermann tut also ganz richtig daran, von übertriebener Euphorie abzuraten und stattdessen am Ball zu bleiben, um weitere Milliardengewinne für die Deutsche Bank, vor allem am Jahresende, zu erwirtschaften.