Zeitgleich zum Beginn der USA Wahlen gibt es interessante Neuerungen auf dem globalen Wirtschaftsmarkt. Der Ölpreis ist zur Zeit im Sinken begriffen, und zwar stetig. Wo vor ein paar Monaten ein Barrel noch 145 Dollar kostete, bewegten sich die Preise am Freitag bei ca. 107 Dollar. weiterlesen »
Wenn man sich die internationalen Indexmärkte anschaut, kann einem schon ein wenig schwindlig werden. Einerseits möchte man meinen, aufgrund der Spekulationsblasen in den Immobilienmärkten würden große Investments verbrannt, die eigentlich die Märkte in eine tiefe Rezession stürzen müssten.
Schielt man hinüber auf andere Indexwerte, wie Agrar- oder Rohstoff- Märkte, möchte man sich bestätigt sehen,verteuern diese sich zusehends. Doch unerklärlicher Weise halten sich die wichtigsten Indizes, zwar nach heftigem Kursfall, und nehmen wieder Fahrt auf.
Man könnte natürlich argumentieren, einige Rohstoffe seien halt sehr knapp, deswegen der Preis so astronomisch ist (Brent Oil zum Beispiel), dazu komme noch die Inflation, ausgelöst durch die US-FED, die derzeit nichts anderes macht als Geld zu Drucken, dies billig an die Investoren zu verleihen und damit die Inflation unmäßig anzuheizen. Das senkt den Wert des Dollar, und treibt die Preise, die in Dollar gehandelt werden.
Natürlich wollen die Produzenten auch ihren Stück vom Kuchen haben, was nicht unerheblich ist.
Was jedoch sehr auffällig ist: Zum einen haben die FED, sowie die Bank of England und indirekt auch die Regierungen der betroffenen Länder einen Großteil der faulen Kredite aus der Subprimekrise gegen Liquidität ausgetauscht und den Investoren somit frische, neue saubere Kredite verschafft.
Die Finanzkrise setzte zum Frühling 2007 an, seitdem sind die Preise für Rohöl und Gold zum Beispiel massiv gestiegen. Die Großen Finanzhäuser sind natürlich alle „überrascht“ worden, die Marktwerte der Investmenthäuser wurden Korrigiert.
Wer sich jetzt den Rohstoff- und Aktienmarkt anschaut, stellt fest, dass es eine Schwankung gibt, die sich langsam nach oben schaukelt. Das heißt, gehen die Aktienmärkte in die Knie, steigt der Preis für Rohstoffe und Umgekehrt.
Da unsere Investoren in der Regel gar keine Ahnung haben, was denn da geschieht, sind sie genauso erstaunt wie wir, dass sich die Agrar- Rohstoff- und Aktienindizes unaufhörlich nach oben schaukeln. Es ist praktisch eine Spirale aufwärts.
Und niemand weiß, wieso das geschieht?
Henrik Müller, Redakteur beim „Manager Magazin“, erlaubt sich in seinem Blog ein brisantes Gedankenspiel.
Nach dem Opec-Gipfel des letzten Wochenendes, besonders aber aufgrund eines Gespräches, das Müller Anfang dieses Jahres mit dem Gouverneur der Notenbank der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) führte, spekuliert der Finanzjournalist über eine mögliche Abwendung der ölfördernden Staaten vom US-Dollar. Immerhin war der Dollar auf dem Opec-Gipfel als „wertloses Papier“ bezeichnet worden; wenn auch vom aktuellen Lieblingsfeind der Amerikaner, Irans Präsident Ahmadinedschad. Dass es sich hierbei durchaus nicht um eine reine Hypothese handelt, belegt ein Satz des VAE-Notenbank-Mannes:
„Unsere Dollar-Bindung ist nicht unberührbar.“
So gesagt im April 2007. Damals ging es dem Dollar noch um einiges besser als heute.
Tatsächlich wirkt sich die schwache US-Währung fatal auf den Ölpreis aus: In der Nacht zum Mittwoch kletterte der Preis für ein Barrel leichten Rohöls auf den asiatischen Märkten kurzzeitig auf 99,20 Dollar.
Die meisten Rohstoffe werden in US-Dollar gezeichnet. Schwächelt dieser, werden die Rohstoffe billiger, folglich steigt die Nachfrage. Und dann steigt der Preis. Summa summarum: Wenn die amerikanische Konjunktur schwächelt, wird Benzin in Thailand teurer.
Renommierte Marktanalysten rechnen längst damit, dass der Ölpreis auf absehbare Zeit die 100-Dollar-Marke überschreiten wird.
Ein steigender Ölpreis, warnt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, würde sich negativ auf die Konjunktur auswirken. Insofern wäre eine Abkopplung des Ölpreises vom US-Dollar auch aus Sicht der Bundesrepublik eigentlich nicht unvernünftig. Mal seh’n, was draus wird.