Egal, wie man es macht, man macht es falsch. Das wäre der Eindruck, den man gewinnen möchte, schaut man sich an, was derzeit an den Finanzplätzen passiert.
Obwohl die Staatengemeinschaft mit bis zu 2 Billionen Euro den Unternehmen der Finanzbranche Stützung anbietet, werden diese von den Unternehmen je nach Land doch sehr unterschiedlich wahrgenommen. Die Französische Finanzbranche scheint keine Scheu zu haben, das Rettungspaket der Regierung Sarkozy anzunehmen, während hier in Deutschland die Banken sehr zurückhaltend zu sein scheinen.
Allerdings könnte ein guter Grund sein, dass die Unternehmen sich scheuen, Bürgschaften und Kredite vom Staat anzunehmen und dafür einen Obulus zu entrichten, der marktüblich sein soll. So steht es jedenfalls in der Verordnung zum Finanzmarktstabilisierungsgesetz (FMStG). weiterlesen »
Am Freitag billigte das Abgeordnetenhaus der Vereinigten Staaten das Sicherheitsleistungsgesetz („Bailout Bill“) des Finanzministers Henry M. Paulsons, mit dem Zweck des Aufkaufs von Asset backed (ABS) und Mortgage backed (MBS) Securities und Einlage in eine Auffanggesellschaft.
Zudem sollen die Einlagensicherungen der Banken von privaten Vermögenshaltern auf 250.000 Dollar erhöht werden, Hausbesitzer, kleine Unternehmen und Bezieher mittlerer Einkommen sollen gestützt werden. Ebenso Investmentbanken, Fonds und Versicherer, die ABS, MBS, und Collateral Debt Obligations (CDO`s) handelten und jetzt auf den wertlosen Papieren sitzen blieben. Um die Wirtschaft weiter mit Krediten versorgen zu können, sollen diese Derivate vom Staat aufgekauft und die Banken so in die Lage versetzt werden, wieder zu Investieren und Kapital zur Verfügung zu stellen.
Einige Kenner der Szene gehen davon aus, dass die genannten verbrieften Kreditderivate das derzeit größte Problem in den Bilanzen vieler Banken seien, und sie keine Finanzierung mehr bekommen, weil sie als nicht Liquide gelten. Um das zu ändern, hat die US-Regierung beschlossen, diese Wertlosen Papiere aus den Büchern der Banker zu Kaufen, damit die ihrem vitalen Geschäft nachgehen zu können.
Laut New York Times werden führende Mitarbeiter der Investment-Bank Goldmann Sachs an der Umsetzung des Planes beteiligt sein.
Die geplanten Kosten werden auf 700 Millarden Dollar geschätzt.
In der Zwischenzeit dürfte jedem aufgefallen sein, dass die Banken momentan tief in der Krise stehen. Ausgelöst von dem Immobilien-Skandal in den USA gehen immer mehr Banken Pleite.
Zunächst standen die direkt betroffenen Immobilienbanken “Fannie Mae” und “Freddie Mac”vor dem Bankrott und wurde von der US-Regierung verstaatlicht. Kurz darauf wurde in Deutschland die Dresdner Bank von der Commerzbank aufgekauft, und das für 9,8 Milliarden Euro.
Kurz darauf kam wieder eine Schreckensmeldung über die Finanzkrise aus den USA. Lehmann Brothers, ein Traditionsunternehmen und eines der größeren Bankhäuser meldet ebenfalls Konkurs an. Die Bank Barclays kauft hier ein und rettet 9.000 von den 25.000 Arbeitsplätzen. Der Preis: 250 Millionen US-Dollar. weiterlesen »
Wie der US-Amerikanische Finanzminister Henry Paulson verlauten ließ, sollen die beiden größten Hypotheken-Banken Fannie Mae und Freddie Mac unter staatliche Kontrolle gestellt werden. Die Aktien wurden aus dem Markt genommen.
Dies sei das Ergebnis eines Krisengespräches von Vorstand und Regierung, das am Wochenende stattfand. Die zuständige Behörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) soll die Geschäfte bis auf weiteres führen. Dies solle zur Stabilisierung der Finanz- und Immbilienmärkte beitragen, wie Paulson betonte. weiterlesen »
Gestern endlich wurde es bestätigt. Die Allianz SA veräußert ihre Tochter Dresdner Bank für 9,8 Milliarden Euro an die Commerzbank AG. Der Verkauf wurde am Sonntag Abend von beiden Unternehmen beschlossen.
Dabei überschlagen sich die Meldungen: Analysen, Meinungen, Kommentare, Mitteilungen, etc. Es scheint ein wahrer Hype zu sein. weiterlesen »
Die Sparkassen-Finanzgruppe, der größte Anbieter im Universalbank-Geschäft in Deutschland mit 640 angeschlossenen Unternehmen, 371.000 Mitarbeitern und einer kumulierten Bilanzsumme von 3,4 Billionen Euro (zum Vergleich, die größte Privatbank Deutschlands, die Deutsche Bank bilanziert 2 Billionen Euro), könnte Privatisiert werden.
So zumindest berichtet “Die Welt” in Ihrer heutigen Ausgabe.
Die Sparkassen sind mit wenigen Ausnahmen („freie Sparkassen“) Anstalten des öffentlichen Rechts und werden von den Kommunen getragen. Ihre Aufgabe war im Anfang ihrer Entstehung die Versorgung derjenigen Bevölkerungsschichten im Bankwesen, die für Privatbanken nicht von Interesse waren, also die nicht Vermögenden. Mit der Sparkasse, die im 19. Jahrhundert zur Gründerzeit das Licht der Welt erblickte, konnten viele gering Verdienende erstmals die Möglichkeiten einer Bank nutzen.
Durch ihre öffentliche Ausrichtung, ihren nicht ausschliesslich kommerziellen Charakter, und der Unterstützung der Kommunen trugen diese auch zur Finanzierung im öffentlichen Sektor bei.
Das soll nach den Plänen einiger hochrangiger Politiker und Landesfürsten anders werden. Das Problem sei die abgeschlossene Struktur der Sparkassenverbände, die nicht Rechenschaftspflichtig gegenüber den Kommunen seien, monierten „etliche“ Stadt-und Kreiskämmerer. Die Kassen seien “nicht transparent”.
Zudem sind die Kassen durch Land und Kommune verbürgt. Das hat die Sparkassen wiederum mit günstigen Konditionen auf den Finanzmärkten ausgestattet. Andererseits treten viele Sparkassen in ihren Regionen als Förderer auf und unterstützen den jeweiligen Landkreis in verschiedener Form.
Zum guten letzten sorgen sie für günstige Konditionen und einen breit gefächerten Wettbewerb im Privatkunden- und Mittelstands-Segment des Bankenwesens.
Meiner Meinung nach soll die derzeit anlaufende Debatte wieder einmal die alte Mär von der „Effizienz-Steigerung durch Privatisierung“ predigen, die lediglich den Global Playern nützt, und nicht den einfachen Menschen. Mit Sicherheit dient sie nicht den Kommunen und Städten, die durch die Sparkassen ein unabhängiges Finanzierungsinstrument zu günstigen Konditionen zur Verfügung haben.
Sollte dieses Modell der Finanzierungsmöglichkeiten kippen, wäre der Raffgier der privaten Investoren im öffentlichen Sektor nur schwer beizukommen. Die Erfahrungen mit Privatisierungen im öffentlichen Sektor sprechen für sich.
Vor knapp einer Woche überraschte die Deutsche Bank alle Finanzexperten mit einem Rekordergebnis für das Jahr 2007. Die Finanzkrise schien dem größten deutschen Geldinstitut nur wenig zu Leibe gerückt zu sein. Anscheinend wollte die Commerzbank sich angesichts dieser beindruckenden Zahlen nicht lumpen lassen und präsentiert nun ihrerseits ein neues Rekordergebnis für 2007.
Etwas verblüfft müssen die Börsianer heute schon gewesen sein, als die Verantwortlichen der Commerzbank ihre Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2007 offen legten. Statt wie viele ausländische Geldinstitute mit Abschreibungen in Milliardenhöhe für negative Schlagzeilen zu sorgen, präsentierte man einen Überschuss von 1,92 Milliarden, der eine Steigerung von 20 Prozent zum Vorjahr bedeutet. Zwar ging die Finanzkrise nicht spurlos an der zweitgrößten deutschen Bank vorüber, man musste im vierten Quartal Abschreibungen für zweitklassige US-Hypothekenkredite (Subprime) in Höhe von 248 Millionen vornehmen, jedoch ist auch hier eine positive Entwicklung zu beobachten.
Insbesondere im Segment des Privatkundengeschäftes konnten 400.000 Kunden neu gewonnen werden, womit die Gesamtzahl auf 5,5 Millionen stieg. Ziel der Bank wird es sein, die Zahl bis zum Ende des Jahres 2009 auf über sechs Millionen zu steigern. Dank der hervorragenden Nachrichten können die Aktionäre auch mit einer höheren Dividende rechnen.
Wie selbstbewusst man inzwischen bei der Commerzbank geworden ist, belegen zum einen das Interesse an der Postbank, die mit 15 Millionen Kunden die größte Privatkundenbank Deutschlands ist und zum anderen die Ankündigungen von Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller: „Wenn uns gravierende Negativ-Überraschungen erspart bleiben, werden wir in diesem Jahr das gute Ergebnis des Jahres 2007 wieder erreichen. Wenn die Märkte es zulassen, können wir dieses Ergebnis auch übertreffen.”
Von einer Finanzkrise kann bei der Deutschen Bank wohl kaum die Rede sein, wenn man das Rekordergebnis sieht, welches Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann gestern verkünden konnte. Somit hatte Ackermann gleich doppelt Anlass zur Freude, der gestern auch seinen 60. Geburtstag feierte.
Während andere Geldhäuser wie die Schweizer Bank UBS (12,6 Milliarden Euro Abschreibungen), Merrill Lynch (22,1 Milliarden) und die Citygroup (24,5 Milliarden) Abschreibungen in Milliardenhöhe vornehmen mussten und eines ihrer schlimmsten Jahre hinter sich gebracht haben, trotzt die Deutsche Bank der weltweiten Krise und verzeichnet einen Rekordgewinn in Höhe von 6,5 Milliarden Euro. Für das Jahr 2007 musste das größte deutsche Bankinstitut gerade einmal Wertberichtigungen von 2,3 Milliarden Euro vornehmen, im letzten Quartal gar nur 50 Millionen Euro. Angesichts der weltweiten Krise sind dies schon beeindruckende Zahlen, die Josef Ackermann gestern der Öffentlichkeit präsentieren konnte.
Auch in diesem Jahr soll die Deutsche Bank weiter wachsen, dies soll aber vor allem aus eigener Kraft geschehen, wobei Ackermann Zukäufe nicht ausschließen wollte. Die Spekulationen über einen Zusammenschluss mit der Postbank wollen einfach nicht abreißen, bei einem Zusammenschluss würde die größte Privatkundenbank Deutschlands entstehen. Bei der Deutschen Bank geht man von einem Vorsteuergewinn von 8,4 Milliarden Euro für das Jahr 2008 aus. Auch im Bereich der Mitarbeiter dürfte es zu einem weiteren Wachstum kommen. 2007 stieg die Zahl der Vollzeit-Mitarbeiter bei der Bank von 68.849 auf 78.291, womit das Geldinstitut fast 10.000 neue Arbeitsplätze schuf.
Dank dieser Zahlen geht die Erfolgsgeschichte Josef Ackermann bei der Deutschen Bank in eine neue Runde, auch wenn immer wieder Spekulationen auftauchen, wonach er von mehreren anderen Geldhäusern heiß umworben wird.
Wie im Laufe des gestrigen Tages bekannt wurde, beteiligt sich der chinesische Staatsfond China Investment Corporation (CIC) mit rund fünf Milliarden Dollar an der zweitgrößten US-amerikanischen Investmentbank - und hält damit demnächst 9,9% des Institutes. Eine Rolle in der Führung von Morgan Stanley sei für die Chinesen aber nicht vorgesehen, heißt es. Verschiedene US-Geldinstitute lassen sich derzeit angesichts der Hypothekenkrise von ausländischen Investoren unter die Arme greifen. Erst Ende November verhalf das Emirat Abu Dhabi der schwächelnden Citigroup in einem spektakulären Handel zu einer Finanzspritze von 7,5 Milliarden Dollar. Die Abschreibungen von Investmentbanken aufgrund der Hypothekenkrise haben inzwischen weltweit mehr als 60 Milliarden Dollar erreicht.
Die Notstandsmeldungen bei den Banken im Zuge der Finanzkrise wollen einfach nicht abreißen. Nachdem in der vergangenen Woche bekannt wurde, dass die Düsseldorfer IKB mit Verlusten in Höhe von circa sechs Milliarden Euro rechnen muss und dadurch die staatseigene Förderbank KfW ihre Risikovorsorge auf 4,8 Milliarden erhöhen musste, kommen allmählich die wirklichen Abschreibungszahlen der anderen Bankinstitute an die Öffentlichkeit.
Bisher war man davon ausgegangen, die Finanz- und Immobilienkrise sei ein temporäres Phänomen, geht aber inzwischen davon aus, dass die Auswirkungen bis zum Ende des kommenden Jahres anhalten werden. Die größten Investmentbanken haben eine Gesamtsumme von 27 Milliarden Euro abschrieben und inwieweit sich diese Zahl noch weiter erhöht, wird das nächste Frühjahr zeigen, wenn die Banken ihre Jahresbilanzen präsentieren. Besonders hart wird es wohl wieder die US-Banken wie Bank of America und Citigroup treffen, die mit weiteren zwei beziehungsweise 7,5 Milliarden an Abschreibungen rechnen.
Neben den klassischen Immobilienkrediten haben auch zunehmend Auto- und Konsumentenkredite an Attraktivität verloren, werden aber von den Banken noch nicht abgestoßen, weil auf diesem Sektor noch Hoffnung auf Besserung besteht.
Hier eine kurze Übersicht zu den Abschreibungen ausgewählter Banken (alle Angaben in Milliarden Euro)
Merrill Lynch 5,8 – Citigroup 4,4 – UBS 2,4 – Deutsche Bank 2,2 – Credit Suisse 1,3 – Bank of America 1,1 – Dresdner Bank 0,6 – Commerzbank 0,3