Da ich mich doch mehr und mehr mit dem Thema beschäftige, kommen mir immer wieder Kuriositäten unter, von denen ich dachte, das könne gar nicht sein.
Wer hätte vor gut einem Jahr gedacht, das ein paar Häuslebauer in den USA die größte Krise der Finanzwirtschaft seit dem schwarzen Freitag in den 1930er Jahren verursachen könnten.
Die Hochspekulative Blase mit forderungsbesicherten Wertpapieren (CDOs) ging nicht auf und führte zu einer der größten Wertvernichtungen der neueren Finanzgeschichte.
Jetzt zeichnet sich die nächste Baisse auf den Rohstoffmärkten ab, insbesondere der Ölmarkt ist in das Visier der Öffentlichkeit gerückt. Einige Analysten gehen derzeit davon aus, das die Rallye langsam zum Erliegen kommt und in der nächsten Zeit die Werte korrigiert werden.
Da die großen Indizes (blue Chips) derzeit im tiefen Fall sind und es nicht abzusehen ist, wann die Wertkorrekturen abgeschlossen sein werden laden auch Aktien nicht wirklich zum Verzehr.
Was bleibt da noch übrig? Der Handel mit Rohstoffen explodiert derzeit und könnte beim Einstieg nicht mehr die beste Rendite bringen. Fonds sind oft breiter gestreut und wären einen Blick wert.
Im Agrarmarkt steht man dem Hunger gegenüber, da die Verteuerung im Agrarsektor viele Menschen in den Entwicklungsländern nicht bezahlen können. Man hat ein moralisches, ethisches Problem.
Eine Möglichkeit der Geldanlage wären zum Beispiel Tagesgeldkonten, Festgelder, Sparbriefe, Sparpläne und Staatsanleihen. Staatsanleihen haben den Vorteil, dass sie so gut wie ausfallsicher sind, einen guten Zinssatz haben (Frankreich zum Beispiel) und jederzeit gut gehandelt werden können, Zinssätze liegen im Euro-Raum bei bis zu 8,50 % p.a. (Frankreich).
Man sollte sich aber unbedingt über die Konditionen beim Erwerb der Anleihe informieren.
Kein schlechtes Geschäft, ist der Staat doch die sicherste Bank in Zeiten der Bankenkrise.
Die in den Medien verbreiteten Nachrichten können einen schon nachdenklich machen. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht über Spitzelaffären, Steuerhinterziehung, Korruption, oder Insidergeschäfte berichtet wird. Das Vertrauen in die deutschen Topmanager scheint erschüttert.
Zum einen können diese Herren offenbar machen, was sie wollen. Sie werden ja gegen jedes und alles versichert. Ob es gigantische Verluste durch „Fehlkäufe“ (Daimler-Chrysler) und Spekulation („Subprime-Krise“) sind, massenhafte Entlassungen (Deutsche Bank, Telekom, Siemens) zur „Gewinnmaximierung“ getätigt werden, Lobbys die derzeitige Politik zu ihren Gunsten gestalten (Bertelsmann, INSM, BDA, BDI), Politiker mit Aufsichtsratspöstchen für willfährige Dienste (Schröder, Müller, Clement) belohnt werden, oder man direkt besticht (Hartz, VW, Siemens) und erpresst (Springer mit Drohung von Massenentlassungen bei der PIN AG).
Natürlich sollte man die Informationsbeschaffung mit allen Mitteln (Telekom, Schäuble, Zumwinkel), oder die direkte Manipulation von Nachrichten („Peak Oil?“, Subprime-Krise) in den Leitmedien nicht vergessen.
Dafür erhalten unsere „Leistungsträger“ Millionenschwere Jahresgehälter, Aktienoptionen in Millionenhöhe (Zumwinkel, Wiedeking), einen Dienstwagen, First-Class-Tickets oder den Betriebsjet und dergleichen mehr. Dass es hierfür auch massiv Ehrendoktor-Würden, Ehrenbürgerschaften und Verdienst-Orden wie -Kreuze regnet, mit Pomp und Gala und all den hochgestellten Persönlichkeiten der Öffentlichkeit, lässt mich doch zumindest ein wenig nachdenklich werden.
Wenn man der „Elite“ dann nicht mal die paar Stiftungen (LGT Group Lichtenstein, Bertelsmann-Stiftung) gönnt, ist wirklich ein Skandal.
Dass ein Herr Schäuble da den „Terrorismus“ über uns hinweg rollen sieht, und „Gefährder“ die Grundfeste der Gesellschaft erschüttern, da kann man schon verstehen, warum wir ein neues „Sicherheitskonzept“ („BKA- Novelle“, Vorratsdatenspeicherung, Bundeswehr im Inneren, Kompetenzzentren, „Nationaler Sicherheitsrat“, E-Card, E-Pass) brauchen.
Big Schäuble is watching you, könnte man meinen.
Nimmt mal einer der Herren seinen Hut, weil er es zu arg getrieben hat, dann winken noch Abfindungen in Millionenhöhe, der Sitz im nächsten Aufsichtsrat oder die ehrenamtliche Tätigkeit in einer der unzähligen Lobby-Organisationen ( „um Deutschland “fit” zu machen für die „Herausforderungen“ in der globalisierten Welt“). Mancher geht dann auch gerne mal ins Ausland (von Pierer), oder spannt auch mal aus vom Stress des ganzen Entscheidens
Das mach ich jetzt auch, ich krieg sonst Kopfschmerzen, wenn ich weiter darüber Nachdenke.
Vor genau 10 Jahren wurde die Europäische Zentralbank (EZB) gegründet. Die EZB markiert mit ihrer Gründung den Wunsch der Europäischen Union, in Fragen der Finanz- und Währungspolitik eine gemeinsame Institution zu schaffen. Ihr Sitz ist Frankfurt am Main, der erste Präsident war Wim Duisenberg (”Mr. Euro”). Derzeitiger Präsident ist der Franzose Jean-Claude Trichet.
Bereits seit dem 14. Mai laufen die Kulturtage der EZB und bieten ein Buntes Programm. Ein Schwerpunkt liegt auf Klassischer Musik, daneben gibt es Vorträge, Filmreihen, eine Ausstellung der Kunstsammlungen der Nationalen Zentralbanken, aber auch Tanztheater und ein Märchenfestival. Besonders bemüht ist man um den Nachwuchs, dem eine Plattform geboten wird. Die Jubiläumsfeierlichkeiten enden am 2. Juni.
Mit Einführung des Euro obliegt der EZB mit den nationalen Notenbaken die Wahrung der Preisstabilität („Inflation“) in der Wirtschaftszone,. Sie ist angehalten, die politischen Vorgaben der Mitgliedsländer zu erfüllen, nämlich einen stabilen Währungsraum zu schaffen, der Zukunftssicher ist, und den Turbulenzen der Finanzmärkte ein Kontrollorgan entgegen zu setzen.
Durch Transparentes Handeln soll sie Vertrauen schaffen, und im Währungsraum durch die ihr zur Verfügung gestellten Finanzpolitischen Instrumente (zum Beispiel Aufsicht und Geldpolitik) auf wirtschaftliche Tendenzen Einfluss nehmen. Ein gutes Beispiel sind die Finanzmarkt- politischen Entscheidungen in Bezug auf die Subprime-Krise in den Vereinigten Staaten.
Die EZB ist auch für den Umlauf der Geldmenge verantwortlich, obwohl sie nicht direkt die Ausgabe abwickelt, sondern dies die einzelnen nationalen Notenbanken erledigen.
Aus kritischen Kreisen wird oft bemängelt, dass die EZB zu restriktiv an der Preisstabilität und der Geldmarktpolitik festhält. Dies würde das Wirtschaftswachstum bremsen. Andererseits hat die Zentralbank eben durch ihre rigide Politik bis jetzt eine ausufernde Inflation eindämmen können.
Bis jetzt hat die Bank einen guten Job gemacht und alle größeren Krisen bewältigt. Man kann ihr nur wünschen, dass sie die nächste Dekade ebenso erfolgreich bestehen wird.
Es könnte so schön sein: Nach heftigen Kurseinbrüchen zu Beginn des Jahres um bis zu 20 Prozent Wertverlust erholt sich der DAX langsam, aber stetig. Heute könnte er zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen die 7.000er Indexmarke halten. So weit so gut. Doch woher kommt das Geld für die im Vergleich stetigen Kursgewinne?
Zum einen sind da natürlich die Unternehmen, die derzeit lieber Rücklagen schaffen, also in Aktien und Rücklagen des eigenen Unternehmens anlegen, als zu investieren. Das steigert natürlich den Wert des eigenen Unternehmens.
Die Marktentwicklung hängt auch mit den massiven Finanzspritzen der EZB, der Fed und anderer Notenbanken zusammen, die zusammen weit über eine halbe Billion US-Dollar in angeschlagene Unternehmen steckten, um sie vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Die Notenbanken haben ein weiteres dazu gegeben, Banken und Investoren liquide zu halten, die wiederum die Finanzlinien zur Spekulation nutzen.
Hinzu kommen Spekulationen an den Rohstoff- und Agrar-Märkten, deren Gewinnmitnahmen in die Börse Eingang finden. Sehr schön zu beobachten ist dieses Auf und Ab an den einzelnen Indizes der jeweiligen Märkte. Derzeit sinkt zum Beispiel der Ölpreis auf 127 Dollar für Brent Oil nach seinem Peak von 135 Dollar pro Barrel vergangener Woche.
Interessanterweise steigen die wichtigsten Indizes börsennotierter Unternehmen. Es zählt natürlich das gute Gespür der Broker, wer wann wie ein- oder aussteigt bei den einzelnen Titeln. Allerdings sind es weniger private Investoren, die die Märkte treiben, sondern große Fonds und institutionelle Anleger.
Bei den derzeitigen Nachrichten ist es allerdings schwierig, korrekte Schlüsse zu ziehen. Niemand kann absehen, ob die Märkte mit der jetzigen Taktik des Kleinen-Brötchen-Backens in der Lage sein werden, die noch vor ihnen liegenden Herausforderungen zu bewältigen.
In dieser Hinsicht bleiben die Märkte weiterhin spannend.
Der Anstieg der Getreidepreise hat in mehreren Entwicklungsländern zu teils massiven Unruhen geführt.
Was für heimische Getreidebauern zunächst als Segen erscheint, entwickelt sich für die Menschen in ärmeren Ländern immer schneller zu einem lebensbedrohlichen Problem. Nach diesem Artikel stiegen die Lebensmittelpreise in den letzten drei Jahren um 83 Prozent.
Dabei kombinieren sich Problemfaktoren wie die Dürreperioden in Australien und den erhöhten Getreideverbrauch für Bio-Kraftstoffe mit neuen demografischen Umständen wie der erhöhten Nachfrage aus bevölkerungsreichen Ländern.
In Haiti ist über einer Hunggerrevolte wegen des hohen Reispreises sogar die Regierung gestürzt worden. Es ist abzusehen, dass dies nicht das einzige Land sein wird, welches an dem Problem straucheln wird. Zuviele Länder sind in der Nahrungsmittelbeschaffung vom globalen Markt abhängig, was sich bei einer Krisensituation, wie sie zur Zeit ohne Frage vorhanden ist, in exorbitant steigenden Lebensmittelpreisen niederschlägt.
Da dürften die Fördergelder, die das Welternährungsprogramm (WFP) der UN verstärkt sammelt, nur einen Tropfen auf den heißen Stein darstellen.
Wie Focus Online berichtet, droht dem Bundeshaushalt in diesem Jahr eine weitere empfindliche Schlappe. Durch die Finanzkrise müssten die Prognosen für Steuereinnahmen 2008 um 10 Milliarden Euro nach unten korrigiert werden.
Damit ist Peer Steinbrück ein großer Stein in den Weg gelegt worden. Er wollte 2011 einen ausgeglichenen Bundeshaushalt präsentieren.
So haben die zur Zeit andauernden Turbulenzen an den Finanzmärkten eine weitere gravierende “Nebenwirkung” ausgelöst, sicherlich wird das nicht die letzte Meldung sein, die wir diesbezüglich in diesem Jahr zu verzeichnen haben.
Nachdem die Probleme an der Börse härtere Zeiten für den Immobilienmarkt heraufbeschworen, ist die Krise jetzt auch für den Staat empfindlich zu spüren. Mal abgesehen davon, dass es für die betroffenen Branchen massive Verluste bedeutet, sieht man am aktuellen Beispiel sehr schön, wie die verschiedenen Mechanismen in Deutschland verknüpft sind.
Die Börse ist der Dreh- und Angelpunkt aller wichtigen Instititutionen geworden, auch heutzutage hat eine Krise noch mehr oder weniger verheerende Auswirkungen auf alle Bereiche des Marktes. In diesem Zusammenhang ist ein Kommentar von Rudolf Hickl in der Frankfurter Rundschau interessant. Er interpretiert die Theorie von John Maynard Keynes neu: “Die Agenda staatlichen Handelns ist – am besten international koordiniert – auf die ‘Reparatur des Kapitalismus’ auszurichten.”
Es ist tatsächlich fraglich, ob die Krise sich durch die Gesetze des freien Marktes selbst wieder regulieren wird.