Wie am Montag bekannt gegeben wurde, haben die letzten beiden großen Investmentbanken Goldmann Sachs und Morgan Stanley sich von ihrem Geschäftsmodell verabschiedet und wollen wieder normale Geschäftsbanken sein.
Der sonst so oft gescholtene normale Bürger soll also wieder Rendite bringen und wird großzügig mit den Erfahrenen Beratern beider Banken bedacht. Mal ehrlich: Ich soll jemandem vertrauen, der mit an der größten Finanzkrise der Welt beteiligt war? Hallo?
Mit der Umwandlung in Geschäftsbanken mit Filialnetz, Girokonto und Privatkredit erhoffen sich beide Häuser einen besseren Zugriff auf den Interbankenmarkt und kurzfristige Kreditvergaben bei der FED. Die Kontrolle soll natürlich verstärkt werden, da beide Häuser nun der Bankenaufsicht unterliegen. Das beide Unternehmen aus ihrem Kerngeschäft aussteigen werden, ist nicht anzunehmen.
Ach ja, noch was zum Nachdenken: Nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers und der Übernahme des Investmentbankings und dem Brokergeschäft in den USA gab Barclays bekannt, das sie wichtigen Managern von Lehman ihre normalen Gehälter und Boni auszahlen wolle, und zwar in Höhe von 2,5 Milliarden USD. Wenn man bedenkt, das Lehman Bros. einer der zentralen Akteure im Handel mit Asset-backet Securities und ihren Derivaten war, kann man schon verstehen, warum das Know-How erhalten bleiben soll.
Wer sonst als der Meister des Kredits auf Kredit auf Besicherung eines Kredits auf der Sicherheit eines Kredits, das irgendwo mal mit einem Kredit unterlegt war, zu dem ein Kredit gehörte, kann besser Geld und „Innovative“ Finanzprodukte generieren als der Meister selbst?
Da machen sich die 350 Millionen Euro von der KfW für Lehman nach der Insolvenz als Peanuts aus. War wohl ein Geschenk für besondere Freundschaften… Das Europageschäft von Lehman will übrigens der japanische Konkurrent Nomura Holdings übernehmen.
Wenn es nach den Plänen von US-Finanzminister Henry Paulson und George W. Bush, geht, soll der Kongress in der nächsten Woche die größte finanzpolitische Rettungsaktion in der Geschichte des Landes abnicken: Die Gründung einer Auffanggesellschaft für den Handel mit Asset-backet Securities (ABS), so genannte „Forderungsbesicherte Wertpapiere“.
Die Idee beim Handel mit ABS ist eigentlich ganz einfach: Ein Investor verkauft Kredite, die er anderen Markteilnehmern zur Verfügung stellt (zum Beispiel in Form von Hypotheken) an bestimmte Gesellschaften. Diese bündeln dann diese Kredite und verbriefen sie, um sie weiter veräußern zu können. So wurde verbrieftes Kapital immer weitergereicht, und ein riesiger, unüberschaubarer Markt entstand. weiterlesen »
Die Woche fängt ja gut an. Während der Ölpreis erneut um 6,68 Dollar nachgab, schossen die Indizes der wichtigsten Unternehmen nach oben. Schön ist zu beobachten, wie so mancher Auftrags-Schreiber sich bemüht, bestimmte Zusammenhänge zu verschleiern. So zum Beispiel der Zusammenhang zwischen Öl und Dollar, oder Öl und Kapital.
Während der Öl-Hausse fiel niemandem auf, das der Preisboom eventuell unter bestimmten Umständen vielleicht doch mit gewissen Spekulationen am Markt hätte zu tun haben können. Aber genaues weiß man nicht. Der Dollar wurde massiv abgewertet, die Aktienkurse brachen ein, das Kapital lag bei den Rohstoffen, oder besser, was nach dem Milliarden-Grab ABS im Zuge der Subprime- und Hypotheken-Krise noch übrig war. weiterlesen »

Die Schlechten Nachrichten um die schweizerischen Eidgenossen von der UBS wollen einfach nicht zum erliegen kommen. Nach einem Quartals-Verlust von 358 Millionen Schweizer Franken (CHF), der nicht höher ausfiel, da es eine Steuer-Rückerstattung von gut 3 Milliarden CHF gab, dem Rückkauf von Wandelanleihen in Höhe von 18 Milliarden Dollar, Verlusten im Zweistelligen Milliarden-Bereich in den letzten 12 Monaten und der geplanten Neustrukturierung des Unternehmens kommen jetzt verunsicherte Anleger zum Zuge, die gut 27 Milliarden CHF aus dem Unternehmen gezogen haben.
Nach verschiedenen Quartalsberichten dieser Woche bei einigen großen Versicherern wie Allianz, AXA, AIG, AMB Generali, aber auch von den Rückversicherern Münchner und Hannover Rück mußten Wertberichtigungen im Dreistelligen Millionenbereich vorgenommen werden.
Grund waren die anhaltend schlechten Kursentwicklungen im internationalen Aktienmarkt und die damit verbundenen Korrekturen im Portfolio der Unternehmen. Bis zu vierzig Prozent seien die Gewinnüberschüsse eingebrochen, meldete die AMB Generali und war nicht einmal Spitzenreiter. weiterlesen »
Laut einem Artikel im Online-Magazin Telepolis steht den Global Playern im Finanzmarkt noch einiges bevor. Auf rund 1,6 Billionen Dollar werden die gesamten Verluste in Folge der Immobilienkrise geschätzt.
Allein eine Offenlegung der Abschreibungen in den Bilanzen der beteiligten Unternehmen könnte eine genaue Schätzung ermöglichen. Dagegen wehren sich die Banken, fürchten sie doch einen massiven Vertrauensverlust und eine erneute Abwertungswelle an den Aktienmärkten, sollten die Banken gezwungen werden, ihre Bilanzen neu aufzulegen. Ein großer Schritt in Richtung Krisen-Bewältigung wäre es auf jeden Fall, da hier endlich einmal die Verluste klar benannt werden würden. weiterlesen »
Der Bundestag hat am Freitag das „Gesetz zur Begrenzung der mit Finanzinvestitionen verbundenen Risiken“ verabschiedet.
Das Gesetz beinhaltet unter anderem den besseren Schutz von Hausbesitzern, die durch den gebündelten Verkauf von Hypotheken ihrer Hausbanken an andere Investment-Gesellschaften gezwungen werden konnten, Ihre Hypotheken und Kredite mit sofortiger Wirkung an den neuen Gläubiger zu tilgen. Das Finanzinstrument, sogenannte Asset-Backed Securities (ABS) und Collateralized Debt Obligations (CDO`s) das in den Vereinigten Staaten zur Hypotheken- und dann zur Finanzkrise führte, sollte unter anderen Vorzeichen auch in Deutschland angewandt werden.
Die Hausbanken versuchten durch die Kredit-Bündelung und den freien Handel auf den Derivate-Märkten an Kapital zu kommen, das sie vorher im Poker mit Forderungsbesicherten Wertpapieren verspielt hatten.
Durch die praktische Entmündigung des Hausbesitzers durch den neuen Gläubiger wurde er vielfach in eine bedrohliche Zwangslage gesetzt, die den Verlust des Hauses und oftmals auch des Vermögens des Betroffenen zur Folge hatte.
Dem schob nun der Gesetzgeber einen Riegel vor. Die Hypothekenbanken können zwar immer noch mit solchen gebündelten Krediten handeln, jedoch können Hausbesitzer nicht mehr gezwungen werden, ihre Kredite komplett zu tilgen. Erst, wenn ein Säumniss des Schuldners eintritt, kann der neue Gläubiger die komplette Tilgung verlangen.
Im neuen „Risikobegrenzungsgesetz“ werden zudem Investoren und Kapitalgesellschaften verpflichtet, ihre Ziele beim Erwerb von Anteilen an Unternehmen bekannt zu geben. Es soll eine erhöhte Transparenz und Sicherheit erreicht werden, da alle Unternehmen, die mehr als 10 % der Stimmanteile eines Unternehmens erwerben, offen legen müssen, welche Strategie sie verfolgen und wer ihre Kapitalgeber sind.
Die Bundesregierung hofft, damit zumindest Klarheit in der Wirtschaft über die Ziele bei Firmenübernahmen durch Hedge-Fonds, Private-Equity-Gesellschaften und anderen Investoren zu schaffen.
Zum Dritten soll der rechtliche Rahmen des Abstimmungsverhaltens von Anteilseignern („acting in concert“) bei Beteiligungsgesellschaften neu geregelt werden.
Was das Gesetz bringen wird, bleibt abzuwarten.
Da ich mich doch mehr und mehr mit dem Thema beschäftige, kommen mir immer wieder Kuriositäten unter, von denen ich dachte, das könne gar nicht sein.
Wer hätte vor gut einem Jahr gedacht, das ein paar Häuslebauer in den USA die größte Krise der Finanzwirtschaft seit dem schwarzen Freitag in den 1930er Jahren verursachen könnten.
Die Hochspekulative Blase mit forderungsbesicherten Wertpapieren (CDOs) ging nicht auf und führte zu einer der größten Wertvernichtungen der neueren Finanzgeschichte.
Jetzt zeichnet sich die nächste Baisse auf den Rohstoffmärkten ab, insbesondere der Ölmarkt ist in das Visier der Öffentlichkeit gerückt. Einige Analysten gehen derzeit davon aus, das die Rallye langsam zum Erliegen kommt und in der nächsten Zeit die Werte korrigiert werden.
Da die großen Indizes (blue Chips) derzeit im tiefen Fall sind und es nicht abzusehen ist, wann die Wertkorrekturen abgeschlossen sein werden laden auch Aktien nicht wirklich zum Verzehr.
Was bleibt da noch übrig? Der Handel mit Rohstoffen explodiert derzeit und könnte beim Einstieg nicht mehr die beste Rendite bringen. Fonds sind oft breiter gestreut und wären einen Blick wert.
Im Agrarmarkt steht man dem Hunger gegenüber, da die Verteuerung im Agrarsektor viele Menschen in den Entwicklungsländern nicht bezahlen können. Man hat ein moralisches, ethisches Problem.
Eine Möglichkeit der Geldanlage wären zum Beispiel Tagesgeldkonten, Festgelder, Sparbriefe, Sparpläne und Staatsanleihen. Staatsanleihen haben den Vorteil, dass sie so gut wie ausfallsicher sind, einen guten Zinssatz haben (Frankreich zum Beispiel) und jederzeit gut gehandelt werden können, Zinssätze liegen im Euro-Raum bei bis zu 8,50 % p.a. (Frankreich).
Man sollte sich aber unbedingt über die Konditionen beim Erwerb der Anleihe informieren.
Kein schlechtes Geschäft, ist der Staat doch die sicherste Bank in Zeiten der Bankenkrise.
Die in den Medien verbreiteten Nachrichten können einen schon nachdenklich machen. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht über Spitzelaffären, Steuerhinterziehung, Korruption, oder Insidergeschäfte berichtet wird. Das Vertrauen in die deutschen Topmanager scheint erschüttert.
Zum einen können diese Herren offenbar machen, was sie wollen. Sie werden ja gegen jedes und alles versichert. Ob es gigantische Verluste durch „Fehlkäufe“ (Daimler-Chrysler) und Spekulation („Subprime-Krise“) sind, massenhafte Entlassungen (Deutsche Bank, Telekom, Siemens) zur „Gewinnmaximierung“ getätigt werden, Lobbys die derzeitige Politik zu ihren Gunsten gestalten (Bertelsmann, INSM, BDA, BDI), Politiker mit Aufsichtsratspöstchen für willfährige Dienste (Schröder, Müller, Clement) belohnt werden, oder man direkt besticht (Hartz, VW, Siemens) und erpresst (Springer mit Drohung von Massenentlassungen bei der PIN AG).
Natürlich sollte man die Informationsbeschaffung mit allen Mitteln (Telekom, Schäuble, Zumwinkel), oder die direkte Manipulation von Nachrichten („Peak Oil?“, Subprime-Krise) in den Leitmedien nicht vergessen.
Dafür erhalten unsere „Leistungsträger“ Millionenschwere Jahresgehälter, Aktienoptionen in Millionenhöhe (Zumwinkel, Wiedeking), einen Dienstwagen, First-Class-Tickets oder den Betriebsjet und dergleichen mehr. Dass es hierfür auch massiv Ehrendoktor-Würden, Ehrenbürgerschaften und Verdienst-Orden wie -Kreuze regnet, mit Pomp und Gala und all den hochgestellten Persönlichkeiten der Öffentlichkeit, lässt mich doch zumindest ein wenig nachdenklich werden.
Wenn man der „Elite“ dann nicht mal die paar Stiftungen (LGT Group Lichtenstein, Bertelsmann-Stiftung) gönnt, ist wirklich ein Skandal.
Dass ein Herr Schäuble da den „Terrorismus“ über uns hinweg rollen sieht, und „Gefährder“ die Grundfeste der Gesellschaft erschüttern, da kann man schon verstehen, warum wir ein neues „Sicherheitskonzept“ („BKA- Novelle“, Vorratsdatenspeicherung, Bundeswehr im Inneren, Kompetenzzentren, „Nationaler Sicherheitsrat“, E-Card, E-Pass) brauchen.
Big Schäuble is watching you, könnte man meinen.
Nimmt mal einer der Herren seinen Hut, weil er es zu arg getrieben hat, dann winken noch Abfindungen in Millionenhöhe, der Sitz im nächsten Aufsichtsrat oder die ehrenamtliche Tätigkeit in einer der unzähligen Lobby-Organisationen ( „um Deutschland “fit” zu machen für die „Herausforderungen“ in der globalisierten Welt“). Mancher geht dann auch gerne mal ins Ausland (von Pierer), oder spannt auch mal aus vom Stress des ganzen Entscheidens
Das mach ich jetzt auch, ich krieg sonst Kopfschmerzen, wenn ich weiter darüber Nachdenke.
Vor genau 10 Jahren wurde die Europäische Zentralbank (EZB) gegründet. Die EZB markiert mit ihrer Gründung den Wunsch der Europäischen Union, in Fragen der Finanz- und Währungspolitik eine gemeinsame Institution zu schaffen. Ihr Sitz ist Frankfurt am Main, der erste Präsident war Wim Duisenberg (”Mr. Euro”). Derzeitiger Präsident ist der Franzose Jean-Claude Trichet.
Bereits seit dem 14. Mai laufen die Kulturtage der EZB und bieten ein Buntes Programm. Ein Schwerpunkt liegt auf Klassischer Musik, daneben gibt es Vorträge, Filmreihen, eine Ausstellung der Kunstsammlungen der Nationalen Zentralbanken, aber auch Tanztheater und ein Märchenfestival. Besonders bemüht ist man um den Nachwuchs, dem eine Plattform geboten wird. Die Jubiläumsfeierlichkeiten enden am 2. Juni.
Mit Einführung des Euro obliegt der EZB mit den nationalen Notenbaken die Wahrung der Preisstabilität („Inflation“) in der Wirtschaftszone,. Sie ist angehalten, die politischen Vorgaben der Mitgliedsländer zu erfüllen, nämlich einen stabilen Währungsraum zu schaffen, der Zukunftssicher ist, und den Turbulenzen der Finanzmärkte ein Kontrollorgan entgegen zu setzen.
Durch Transparentes Handeln soll sie Vertrauen schaffen, und im Währungsraum durch die ihr zur Verfügung gestellten Finanzpolitischen Instrumente (zum Beispiel Aufsicht und Geldpolitik) auf wirtschaftliche Tendenzen Einfluss nehmen. Ein gutes Beispiel sind die Finanzmarkt- politischen Entscheidungen in Bezug auf die Subprime-Krise in den Vereinigten Staaten.
Die EZB ist auch für den Umlauf der Geldmenge verantwortlich, obwohl sie nicht direkt die Ausgabe abwickelt, sondern dies die einzelnen nationalen Notenbanken erledigen.
Aus kritischen Kreisen wird oft bemängelt, dass die EZB zu restriktiv an der Preisstabilität und der Geldmarktpolitik festhält. Dies würde das Wirtschaftswachstum bremsen. Andererseits hat die Zentralbank eben durch ihre rigide Politik bis jetzt eine ausufernde Inflation eindämmen können.
Bis jetzt hat die Bank einen guten Job gemacht und alle größeren Krisen bewältigt. Man kann ihr nur wünschen, dass sie die nächste Dekade ebenso erfolgreich bestehen wird.