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Die Welt der Finanzen
 


Nachdem der französische Präsident Nikolas Sarkozy sich so sehr darum bemühte, sich mit den großen europäischen Wirtschaftsnationen zu treffen, um eine gemeinsame Linie im Bezug zur derzeit herrschenden Strukturkrise im Finanzsektor zu finden, haben sich die Schlagzeilen auf ein anderes großes Thema eingeschossen:

Das Debakel um die Staatsgarantien Deutschlands für die angeschlagene Hypo Real Estate-Versicherung, weiterlesen »


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Am Freitag billigte das Abgeordnetenhaus der Vereinigten Staaten das Sicherheitsleistungsgesetz („Bailout Bill“) des Finanzministers Henry M. Paulsons, mit dem Zweck des Aufkaufs von Asset backed (ABS) und Mortgage backed (MBS) Securities und Einlage in eine Auffanggesellschaft.

Zudem sollen die Einlagensicherungen der Banken von privaten Vermögenshaltern auf 250.000 Dollar erhöht werden, Hausbesitzer, kleine Unternehmen und Bezieher mittlerer Einkommen sollen gestützt werden. Ebenso Investmentbanken, Fonds und Versicherer, die ABS, MBS, und Collateral Debt Obligations (CDO`s) handelten und jetzt auf den wertlosen Papieren sitzen blieben. Um die Wirtschaft weiter mit Krediten versorgen zu können, sollen diese Derivate vom Staat aufgekauft und die Banken so in die Lage versetzt werden, wieder zu Investieren und Kapital zur Verfügung zu stellen.

Einige Kenner der Szene gehen davon aus, dass die genannten verbrieften Kreditderivate das derzeit größte Problem in den Bilanzen vieler Banken seien, und sie keine Finanzierung mehr bekommen, weil sie als nicht Liquide gelten. Um das zu ändern, hat die US-Regierung beschlossen, diese Wertlosen Papiere aus den Büchern der Banker zu Kaufen, damit die ihrem vitalen Geschäft nachgehen zu können.

Laut New York Times werden führende Mitarbeiter der Investment-Bank Goldmann Sachs an der Umsetzung des Planes beteiligt sein.

Die geplanten Kosten werden auf 700 Millarden Dollar geschätzt.


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Die Deutsche Bahn will in schweren Zeiten an die Börse. Aus den USA hagelt es Horrormeldungen und auch die deutsche Börse ist längst nicht so stabil, wie sich das ein Unternehmen für sein Debüt in der Aktienwelt wünschen würde.

Vor allem aber sind die zu erwartenden Einnahmen der Aktion höchstens halb so hoch wie bei einem Börsengang der deutschen Bahn in “ruhigen” Zeiten.

Hartmut Mehdorn ist die treibende Kraft hinter dem Börsengang der DB © flickr / BigBug21Warum will Mehdorn also unbedingt jetzt an die Börse? Schließlich sind gerade für Großinvestoren die prognostizierten 4 Milliarden Einnahmen gegenüber den möglichen 8 Milliarden in gemäßigteren Zeiten ein wichtiger Punkt, der gegen die DB-Aktie spricht. Die wird nach Schätzungen der deutschen Wirtschaftsinstitute und der Schweizer UBS maximal 20 bis 21 Euro kosten. Ein vielversprechender Start sieht anders aus.

Mehdorn hat Angst vor politischen Veränderungen im nächsten Jahr. 2009 wird neu gewählt und wenn er Pech hat, ist danach das Thema Börsengang der Deutschen Bahn erstmal vom Tisch. Er riskiert also eine Menge, aber für ihn ist es der einzig realistische Ausweg. Ist natürlich die Frage, ob es für das Unternehmen nicht gesünder wäre, die Wahl abzuwarten, um eventuell danach an die Börse zu gehen, wenn diese sich wieder beruhigt hat.


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Die Wall Street im Umbruch

Autor: Marco
abgelegt in: Finanzmarkt, Schulden

Wie am Montag bekannt gegeben wurde, haben die letzten beiden großen Investmentbanken Goldmann Sachs und Morgan Stanley sich von ihrem Geschäftsmodell verabschiedet und wollen wieder normale Geschäftsbanken sein.

Der sonst so oft gescholtene normale Bürger soll also wieder Rendite bringen und wird großzügig mit den Erfahrenen Beratern beider Banken bedacht. Mal ehrlich: Ich soll jemandem vertrauen, der mit an der größten Finanzkrise der Welt beteiligt war? Hallo?

Mit der Umwandlung in Geschäftsbanken mit Filialnetz, Girokonto und Privatkredit erhoffen sich beide Häuser einen besseren Zugriff auf den Interbankenmarkt und kurzfristige Kreditvergaben bei der FED. Die Kontrolle soll natürlich verstärkt werden, da beide Häuser nun der Bankenaufsicht unterliegen. Das beide Unternehmen aus ihrem Kerngeschäft aussteigen werden, ist nicht anzunehmen.

Lehman Hauptsitz © conorwithonenAch ja, noch was zum Nachdenken: Nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers und der Übernahme des Investmentbankings und dem Brokergeschäft in den USA gab Barclays bekannt, das sie wichtigen Managern von Lehman ihre normalen Gehälter und Boni auszahlen wolle, und zwar in Höhe von 2,5 Milliarden USD. Wenn man bedenkt, das Lehman Bros. einer der zentralen Akteure im Handel mit Asset-backet Securities und ihren Derivaten war, kann man schon verstehen, warum das Know-How erhalten bleiben soll.

Wer sonst als der Meister des Kredits auf Kredit auf Besicherung eines Kredits auf der Sicherheit eines Kredits, das irgendwo mal mit einem Kredit unterlegt war, zu dem ein Kredit gehörte, kann besser Geld und „Innovative“ Finanzprodukte generieren als der Meister selbst?

Da machen sich die 350 Millionen Euro von der KfW für Lehman nach der Insolvenz als Peanuts aus. War wohl ein Geschenk für besondere Freundschaften… Das Europageschäft von Lehman will übrigens der japanische Konkurrent Nomura Holdings übernehmen.


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Wenn es nach den Plänen von US-Finanzminister Henry Paulson und George W. Bush, geht, soll der Kongress in der nächsten Woche die größte finanzpolitische Rettungsaktion in der Geschichte des Landes abnicken: Die Gründung einer Auffanggesellschaft für den Handel mit Asset-backet Securities (ABS), so genannte „Forderungsbesicherte Wertpapiere“.

Die Idee beim Handel mit ABS ist eigentlich ganz einfach: Ein Investor verkauft Kredite, die er anderen Markteilnehmern zur Verfügung stellt (zum Beispiel in Form von Hypotheken) an bestimmte Gesellschaften. Diese bündeln dann diese Kredite und verbriefen sie, um sie weiter veräußern zu können. So wurde verbrieftes Kapital immer weitergereicht, und ein riesiger, unüberschaubarer Markt entstand. weiterlesen »


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Was war, was wird

Autor: Marco
abgelegt in: Neuigkeiten

Die Woche fängt ja gut an. Während der Ölpreis erneut um 6,68 Dollar nachgab, schossen die Indizes der wichtigsten Unternehmen nach oben. Schön ist zu beobachten, wie so mancher Auftrags-Schreiber sich bemüht, bestimmte Zusammenhänge zu verschleiern. So zum Beispiel der Zusammenhang zwischen Öl und Dollar, oder Öl und Kapital.

Während der Öl-Hausse fiel niemandem auf, das der Preisboom eventuell unter bestimmten Umständen vielleicht doch mit gewissen Spekulationen am Markt hätte zu tun haben können. Aber genaues weiß man nicht. Der Dollar wurde massiv abgewertet, die Aktienkurse brachen ein, das Kapital lag bei den Rohstoffen, oder besser, was nach dem Milliarden-Grab ABS im Zuge der Subprime- und Hypotheken-Krise noch übrig war. weiterlesen »


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UBS Logo

Die Schlechten Nachrichten um die schweizerischen Eidgenossen von der UBS wollen einfach nicht zum erliegen kommen. Nach einem Quartals-Verlust von 358 Millionen Schweizer Franken (CHF), der nicht höher ausfiel, da es eine Steuer-Rückerstattung von gut 3 Milliarden CHF gab, dem Rückkauf von Wandelanleihen in Höhe von 18 Milliarden Dollar, Verlusten im Zweistelligen Milliarden-Bereich in den letzten 12 Monaten und der geplanten Neustrukturierung des Unternehmens kommen jetzt verunsicherte Anleger zum Zuge, die gut 27 Milliarden CHF aus dem Unternehmen gezogen haben.

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Nach verschiedenen Quartalsberichten dieser Woche bei einigen großen Versicherern wie Allianz, AXA, AIG, AMB Generali, aber auch von den Rückversicherern Münchner und Hannover Rück mußten Wertberichtigungen im Dreistelligen Millionenbereich vorgenommen werden.

Grund waren die anhaltend schlechten Kursentwicklungen im internationalen Aktienmarkt und die damit verbundenen Korrekturen im Portfolio der Unternehmen. Bis zu vierzig Prozent seien die Gewinnüberschüsse eingebrochen, meldete die AMB Generali und war nicht einmal Spitzenreiter. weiterlesen »


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Laut einem Artikel im Online-Magazin Telepolis steht den Global Playern im Finanzmarkt noch einiges bevor. Auf rund 1,6 Billionen Dollar werden die gesamten Verluste in Folge der Immobilienkrise geschätzt.

Allein eine Offenlegung der Abschreibungen in den Bilanzen der beteiligten Unternehmen könnte eine genaue Schätzung ermöglichen. Dagegen wehren sich die Banken, fürchten sie doch einen massiven Vertrauensverlust und eine erneute Abwertungswelle an den Aktienmärkten, sollten die Banken gezwungen werden, ihre Bilanzen neu aufzulegen. Ein großer Schritt in Richtung Krisen-Bewältigung wäre es auf jeden Fall, da hier endlich einmal die Verluste klar benannt werden würden. weiterlesen »


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Der Bundestag hat am Freitag das „Gesetz zur Begrenzung der mit Finanzinvestitionen verbundenen Risiken“ verabschiedet.

Das Gesetz beinhaltet unter anderem den besseren Schutz von Hausbesitzern, die durch den gebündelten Verkauf von Hypotheken ihrer Hausbanken an andere Investment-Gesellschaften gezwungen werden konnten, Ihre Hypotheken und Kredite mit sofortiger Wirkung an den neuen Gläubiger zu tilgen. Das Finanzinstrument, sogenannte Asset-Backed Securities (ABS) und Collateralized Debt Obligations (CDO`s) das in den Vereinigten Staaten zur Hypotheken- und dann zur Finanzkrise führte, sollte unter anderen Vorzeichen auch in Deutschland angewandt werden.

Die Hausbanken versuchten durch die Kredit-Bündelung und den freien Handel auf den Derivate-Märkten an Kapital zu kommen, das sie vorher im Poker mit Forderungsbesicherten Wertpapieren verspielt hatten.

Durch die praktische Entmündigung des Hausbesitzers durch den neuen Gläubiger wurde er vielfach in eine bedrohliche Zwangslage gesetzt, die den Verlust des Hauses und oftmals auch des Vermögens des Betroffenen zur Folge hatte.

Dem schob nun der Gesetzgeber einen Riegel vor. Die Hypothekenbanken können zwar immer noch mit solchen gebündelten Krediten handeln, jedoch können Hausbesitzer nicht mehr gezwungen werden, ihre Kredite komplett zu tilgen. Erst, wenn ein Säumniss des Schuldners eintritt, kann der neue Gläubiger die komplette Tilgung verlangen.

Im neuen Risikobegrenzungsgesetz werden zudem Investoren und Kapitalgesellschaften verpflichtet, ihre Ziele beim Erwerb von Anteilen an Unternehmen bekannt zu geben. Es soll eine erhöhte Transparenz und Sicherheit erreicht werden, da alle Unternehmen, die mehr als 10 % der Stimmanteile eines Unternehmens erwerben, offen legen müssen, welche Strategie sie verfolgen und wer ihre Kapitalgeber sind.

Die Bundesregierung hofft, damit zumindest Klarheit in der Wirtschaft über die Ziele bei Firmenübernahmen durch Hedge-Fonds, Private-Equity-Gesellschaften und anderen Investoren zu schaffen.

Zum Dritten soll der rechtliche Rahmen des Abstimmungsverhaltens von Anteilseignern („acting in concert“) bei Beteiligungsgesellschaften neu geregelt werden.

Was das Gesetz bringen wird, bleibt abzuwarten.


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