Die Schuldenkrise in Europa erfasst immer mehr Länder. Können die Staaten und damit der Euro durch umfassende Hilfspakete gerettet werden? Oder steuert Europa in eine umfassende Pleite?
In Deutschland gibt es nach der Finanzkrise langsam wieder Grund zur Hoffnung, zeigt sich das Wirtschaftswachstum doch agiler als gedacht. Für das nächste Jahr sehen die Prognosen sogar erstaunlich gut aus. Doch auch Deutschland hat Schulden, und zwar nicht zu knapp. Und in Europa insgesamt wird die Lage immer wackeliger. Die 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union stellen zusammen einen Schuldenberg von unglaublichen 9,8 Billionen Euro. Wo soll das noch hinführen?, fragen sich Viele.
Die Situation in Griechenland ist mittlerweile höchst dramatisch. Mehr als 100 Milliarden Euro hat der Staat schon an Finanzhilfen aus dem Euro-Rettungsschirm bekommen. Doch die sind scheinbar im Nichts versackt. Ein rigoroser Sparplan war angesetzt worden, beinhaltete die Kürzung von Renten, Löhnen und Zusatzgeldern, die Streichung der Frühpensionierung, die Erhöhung diverser Steuern.
Doch trotz aller Sparmaßnahmen wachsen die Schulden weiter – oder doch gerade wegen der Spaßmaßnahmen? Die griechische Wirtschaft ist durch die vielen Einschränkungen stark geschwächt, die Kaufkraft der Verbraucher minimiert. Das Land befindet sich in einer Spirale, die schnurstracks nach unten führt. Ein zweites Hilfspaket scheint bitter nötig, um diese verhängnisvolle Ereigniskette zu sprengen.
Derweil schlittert auch Portugal auf ein finanzielles Desaster zu. Fast 80 Milliarden Euro soll das Hilfspaket umfassen, dass die Finanzminister der Euro-Staaten zur Unterstützung Portugals schnüren wollen. In Spanien machen ebenfalls erste Pleitegerüchte die Runde, und schon geht die ängstliche Frage um, wie viele Euro-Länder wohl noch von ihrem Schuldenberg erdrückt werden.
In Irland sieht die Sache ein wenig anders aus. Irgendwie ein bisschen rosiger. Einerseits wächst der Schuldenberg des Inselstaates weiter, doch andererseits prognostizieren Experten für Irland ein weiter ansteigendes Wirtschaftswachstum und damit eine Möglichkeit, das Haushaltsdefizit schneller abzubauen als bisher erwartet.
Viele Experten sind außerdem optimistisch, dass die Staatsverschuldung in Europa gelöst werden kann und der Euro allen bisherigen Mitgliedsstaaten erhalten bleibt. Von Umschuldung, Verlängerung der Fristen für Staatsanleihen und einer vernünftige Regelung zur staatlichen Insolvenz sprechen da Viele. Fest steht jedenfalls: unendlich können die Rettungsfonds nicht ausgebaut werden, andere unterstützende Maßnahmen sind unumstößlich notwendig, um den Euro zu retten.