Was vor Jahren noch als heilender Trend angesehen war, die Privatisierung zahlreicher sich in öffentlicher Hand befindlicher Sparten, wird nun wieder umgekehrt und lukrative Bereiche in die Verantwortung der Kommunen zurückgeholt. Vorbild dieser Entwicklung ist die Stadt Ahrensburg in Norddeutschland, wo die Stadt aus einem langen Kampf siegreich hervorging, das Gasnetz übernahm und die Tarife senken konnte.
Der Schlüssel für die geringeren Gaspreise sind der günstigere Einkauf der Rohstoffe in Dänemark und die wesentlich niedrigere Gewinnerwartung der Stadt. In der Folge konnte man die Gaspreise um fünf Prozent absenken und erhielt sogar mehr als die von E.ON gezahlten 70.000 Euro an jährlicher Konzessionsabgabe. Natürlich möchte man dies nicht nur auf den Gasbereich beschränkten, sondern überlegt jetzt auch, den Stromanbietern die Konzessionsverträge zu kündigen.
Natürlich wird dieses Thema aufgrund des positiven Beispiels von Ahrensburg in der ganzen Republik diskutiert. Allerdings werden sicherlich nicht alle Kommunen in der Lage sein, derart günstig zu kalkulieren. Wahrscheinlich müsste man schauen, welche Versorger die Rohstoffe günstig anbieten und vor allem, wie man diese zur jeweiligen Stadt transportiert. Gelänge dies auch beim Stromsegment, könnten die Strompreise weiter sinken und am Ende könnten sowohl Stadt als auch Kunden von der Rekommunalisierung profitieren.