Seit April ist es publik: Der Versicherungskonzern mit einem Umsatz von über 100 Milliarden Euro hat ein Problem. Nach einem Berater-Test der Verbraucherzentrale Bremen im Auftrag der Wirtschaftswoche schnitt der „Branchenprimus“ extrem schlecht ab.
Tester sollten die Beratungsleistung von Versicherungsvertretern des Konzerns einholen. Dafür erhielten die Testpersonen eine fiktive Vita, und sollten auf dieser Grundlage ein Versicherungsangebot einholen. Herauskam, dass von den getesteten Beratern praktisch niemand auf Grundlage der vorgelegten Vita die tatsächlich benötigten Versicherungen vorschlugen, während die Versicherungs-Vertreter Versicherungen abschließen wollten, die zu einer hohen Provision der Berater und des Konzerns führen würden, jedoch nicht dem Kunden dienlich gewesen wären.
Die Testpersonen wurden falsch beraten. Ergebnis des Tests: Mangelhaft. weiterlesen »
Das lässt sich so leicht gar nicht beantworten, denn beide Anlage-Formen haben ihre Vor- und Nachteile. In der Regel sind Festgelder höher verzinst und sehr ausfallsicher, bei Tagesgeld spricht natürlich die tägliche Verfügbarkeit für sich. Zudem gehen die Banken mehr und mehr dazu über Tagesgeldkonten mit dem Girokonto zu koppeln und teilweise dabei recht interessante Angebote zu machen.
Gerade als Neukunde findet man hier und dort gute Konditionen.
Der Nachteil beim Tagesgeld ist die Variabilität der Zinssätze. Die sind oft an den Leitzins angelehnt, mit dem Banken ihre Kreditgeschäfte untereinander regeln und von der Europäischen Zentralbank festgelegt werden.
Dazu kommt, dass viele Banken über Neukunden versuchen ihre Liquidität zu steigern, da die internationale Finanzkrise vielerorts zu realen Wertverlusten führten. Es wird und wurde viel Geld verbrannt durch die hochspekulativen Geschäfte an den Finanzmärkten. Die Banken sind also knapp bei Kasse.
Das kann den Kunden nur freuen, denn dadurch haben wir einige verbesserte Konditionen, die man ausnützen kann. weiterlesen »
Es ist ja schon länger bekannt, dass die Bankhäuser derzeit um Neukunden und deren Anlagen konkurrieren. Durch die Milliarden-Abschreibungen an den internationalen Märkten in den vergangenen Monaten sind die Banken derzeit in starke Konkurrenz um die Gewinnung von Privatkunden getreten.
Gerade für diejenigen, die sich nach einem neuen Bankhaus umsehen, sind durchaus attraktive Angebote dabei.
Dabei haben die Direktbanken die Nase vorn, da sie einen Großteil ihres Geschäfts online abwickeln.
Zum Beispiel die Deutsche Kreditbank (DKB), eine Tochtergesellschaft der Bayerischen Landesbank, konnte in den letzten Monaten bei Privatkunden Punkten. Die DKB bietet ein kostenloses Onlinekonto, sowie eine kostenlose Visa-Card mit 3,8 % Zinsen auf das Guthaben des Visa-Kontos. Das ist derzeit unschlagbar, zudem ist die Bargeldabhebung mit der Visa-Card an allen Automaten mit Visa-Logo umsonst. Das hat bis jetzt eine Million Kunden überzeugt. weiterlesen »
Wenn man sich die internationalen Indexmärkte anschaut, kann einem schon ein wenig schwindlig werden. Einerseits möchte man meinen, aufgrund der Spekulationsblasen in den Immobilienmärkten würden große Investments verbrannt, die eigentlich die Märkte in eine tiefe Rezession stürzen müssten.
Schielt man hinüber auf andere Indexwerte, wie Agrar- oder Rohstoff- Märkte, möchte man sich bestätigt sehen,verteuern diese sich zusehends. Doch unerklärlicher Weise halten sich die wichtigsten Indizes, zwar nach heftigem Kursfall, und nehmen wieder Fahrt auf.
Man könnte natürlich argumentieren, einige Rohstoffe seien halt sehr knapp, deswegen der Preis so astronomisch ist (Brent Oil zum Beispiel), dazu komme noch die Inflation, ausgelöst durch die US-FED, die derzeit nichts anderes macht als Geld zu Drucken, dies billig an die Investoren zu verleihen und damit die Inflation unmäßig anzuheizen. Das senkt den Wert des Dollar, und treibt die Preise, die in Dollar gehandelt werden.
Natürlich wollen die Produzenten auch ihren Stück vom Kuchen haben, was nicht unerheblich ist.
Was jedoch sehr auffällig ist: Zum einen haben die FED, sowie die Bank of England und indirekt auch die Regierungen der betroffenen Länder einen Großteil der faulen Kredite aus der Subprimekrise gegen Liquidität ausgetauscht und den Investoren somit frische, neue saubere Kredite verschafft.
Die Finanzkrise setzte zum Frühling 2007 an, seitdem sind die Preise für Rohöl und Gold zum Beispiel massiv gestiegen. Die Großen Finanzhäuser sind natürlich alle „überrascht“ worden, die Marktwerte der Investmenthäuser wurden Korrigiert.
Wer sich jetzt den Rohstoff- und Aktienmarkt anschaut, stellt fest, dass es eine Schwankung gibt, die sich langsam nach oben schaukelt. Das heißt, gehen die Aktienmärkte in die Knie, steigt der Preis für Rohstoffe und Umgekehrt.
Da unsere Investoren in der Regel gar keine Ahnung haben, was denn da geschieht, sind sie genauso erstaunt wie wir, dass sich die Agrar- Rohstoff- und Aktienindizes unaufhörlich nach oben schaukeln. Es ist praktisch eine Spirale aufwärts.
Und niemand weiß, wieso das geschieht?
“Politische Verantwortung in einem wirtschaftlichen Umfeld zu fordern, ist deplatziert.” Klaus Kleinfeld
Heinrich von Pierer, geboren am 26. Januar in Erlangen, besuchte das dortige Gymnasium Friedericanum und studierte an der Friedrich-Alexander-Universität in seiner Geburtsstadt Rechtswissenschaften und Volkswirtschaftslehre. Er promovierte 1968 zum Dr. jur. und erlangte das Diplom zum Volkswirt.
1969 begann Heinrich von Pierer seine Laufbahn bei der Siemens AG , 1989 wurde er Mitglied des Vorstandes. Er war Vorstandvorsitzender von 1992 bis Ende 2004 und wechselte anschließend als Vorsitzender in den Aufsichtsrat, wo er unter anderem als Mitglied des Prüfungsausschusses für die Korruptionsvorwürfe gegen Siemens tätig war.
Er legte seine Tätigkeit im Januar 2007 nieder, nachdem Vorwürfe der Verwicklung seiner Person in die Affäre aufgekommen waren.
Er blieb bis April 2008 Leiter des Rates für Innovation und Wachstum, welches als Beratergremium der Bundesregierung fungiert. Zudem hat von Pierer weitere Aufsichtsratssitze in einigen großen Unternehmen der Deutschen Wirtschaft.
Erst nachdem bekannt wurde, dass Vorermittlungen der Staatsanwaltschaft aufgenommen wurden, die von Pierer in Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre brachten, hat Kanzlerin Merkel verkündet, auf eine weitere Zusammenarbeit zu verzichten. Für Herrn von Pierer scheinen seine Verwicklungen in dieser Angelegenheit jedoch nicht Karriere-schädigend zu sein, er wird in den Vorstand des türkischen Konzerns Koç Holding wechseln.
Wenn man jetzt vor dem Hintergrund des Schmiergeldskandals, die in die Zeit von von Pierers Vorstandsvorsitz fällt, die Verwicklungen von Politik und Wirtschaft betrachtet, sowie deren ungebremste Lobbyarbeit in den Ministerien sieht, muss man sich ernsthaft fragen, ob und wie denn hier die Interessen der Wirtschaft von denen der Gesellschaft zu trennen sein sollen.
Wenn Berater von hohen Volksvertretern mit fragwürdigen Methoden und dubiosen Interessenvertretungen Politik machen, ist abzusehen, dass ein Land nur schlecht zu führen ist, da das Umfeld der Regierung mehr im Eigeninteresse einzelner Lobbies versinkt als in der Lösung von gesamtgesellschaftlichen Problemen.
Good Night Banana…
Nachtrag:
Herr von Pierer scheint darüber nachgedacht zu haben, daß er wohl einige Fehler während seiner Siemenszeit gemacht hat. Es ist immerhin löblich, daß er wenn auch spät, und natürlich erst, nachdem er Deutschland verliess, sich dessen bewußt wurde.
Die Finanzkrise macht es möglich: Die heutigen Angebote locken mit Attraktiven Zinsen und einer vermeintlich problemlosen Kontoführung. Und es sind viele Neukunden-Angebote dabei.
Das heißt, wer bis jetzt noch keine Anlage hat, oder ein weiteres Konto/Depot eröffnen möchte, wer also ein paar Tausender auf der Kante hat, und sie rentabel anlegen will, der sollte schon einen sehr kritischen Blick auf die derzeitigen Angebote der Banken riskieren.
Das Klein-gedruckte sollte sehr genau gelesen werden. Denn so manches Angebot hat seine Tücken. Hat man die umschifft, stehen hohe Zinsen an.
Bei der Postbank zum Beispiel wird für ein neues Quartalssparkonto bis zu 5,25 % Zinsen ( ab 50.000 € Einlage) für den Zeitraum vom 1.7.08.- 31.12.08 garantiert. Allerdings gibt es hier einige Fallstricke, eine gute Bewertung findet man bei Finanztest.de. Nimmt man eine Einlage unter 10.000 Euro vor, sieht es gleich ganz anders aus. Denn der Qurtalszinssatz liegt 1 % niedriger als die beworbenen 5,25 %. Einige wertvolle Tipps gibt es ebenfalls auf Test.de.
Bei den Tagesgeldkonten sieht es ähnlich aus, obwohl hier die Angebote insgesamt etwas transparenter gestaltet sind.
Derzeitiger Spitzenreiter ist das Angebot „Tagesgeld PLUS“ der Comdirect-Bank, das ein spezielles Angebot für Neukunden ist. Es bietet satte 4,75 % Zinsen (bis zu 30.000 €) auf Neueröffnung eines Tagesgeldkontos im ersten Halbjahr. Hiernach fallen die Zinsen dann auf das normale variable Niveau, das derzeit bei 3.80 % liegt.
Eine weitere Möglichkeit sind Festgeldkonten, wie sie zum Beispiel der Tchibo-Konzern für seine Kunden vorhält. Hier kann man bis zu 6000 € ein halbes Jahr parken, und wird mit 6 % Zinsen belohnt. Man muss jedoch Tchibo-Kunde oder Neukunde bei der Comdirect-Bank sein, um in den Genuss des Angebots zu kommen. Die Zeichnungsfrist endet am 23.06.2008.
Die in den 1960er Jahren geschlossenen Absprachen über die Koppelung des Gaspreises an die Entwicklung des Marktwertes von Rohöl ist derzeit in die Kritik geraten.
Die so genannte Ölpreisbindung ist allerdings kein Wirtschaftspolitisches Instrument, sondern war eine interne Regelung privatwirtschaftlicher Unternehmen, Zulieferern und den Abnehmern, zum Bsp. örtliche Stadtwerke oder andere regionale Versorger.
Ursprünglich war sie gedacht als eine art Investitionssicherheit für die an der Exploration („Erschließung“) und Förderung von Erdgas beteiligten Firmen, da sie den Unternehmen eine Abnahme garantierten, der an den Preis für Rohöl gekoppelt war und somit einen Mindestpreis festlegte.
Diese Absprachen sind in den Fokus der Medien gerückt. Denn durch die bereits vorhandene Erschließung, die vorhandenen Pipelines, und das Fehlen eines eigenständigen Marktes (es gibt nur drei große Exporteure: Russland, Kuwait und Iran) ist die Preisbindung ein Segen für die am Geschäft beteiligten Unternehmen.
Insbesondere in Deutschland wurde der Gasmarkt regelrecht aufgeteilt. Die Regionen sind fest in ein Verteilernetz eingebunden, Gazprom zum Beispiel ist Hauptlieferant des deutschen Marktes.
Durch die „Anpassung“ an den Ölpreis werden die Unternehmen satte Gewinnmitnahmen einstreichen, ohne auch nur einen Handschlag getätigt zu haben.
Wie der russische Konzern Gazprom bei seinen Verhandlungen über Abnehmerpreise vorgeht, konnte man am Beispiel Ukraine beobachten. Die Ukraine sollte Ende 2005 eine Erhöhung des Lieferpreises von 50 Dollar auf 230 Dollar pro 1000 Kubikmetern hinnehmen. Das wäre fast eine verfünffachung des Preises gewesen. Man einigte sich auf eine Verdoppelung des Preises, also 100 Dollar, nachdem Gazprom den Gashahn zudrehte,solange die Ukraine sich weigerte, zu verhandeln.
Dadurch, das die Ölpreisbindung eine reine privatwirtschaftliche Angelegenheit ist, fällt es der Politik schwer, hier Maßnahmen einzuleiten, um die angekündigte Erhöhung der Verbraucherpreise bis zu 40 Prozent irgendwie doch noch zu unterbinden.
Wie die Unternehmen auf ein Anliegen der Politik reagieren werden, die in internen Absprachen festgelegten Regelungen zu lösen, kann man sich ausmalen. Denn die Ölpreisbindung ist ein Instrument der unverhofften Gewinne für die betroffenen Unternehmen.
Und dass diese davon abrücken, ist eher unwahrscheinlich, mag die deutsche Regierung noch so viel Wahlkampfrhetorik betreiben…
Nach den Skandalen der letzten Monate scheint langsam Ruhe bei der Siemens AG einzukehren. Der Konzern hat mit Gerhard Cromme, den Vorsitzenden der Regierungskommission für transparente Unternehmensführung („Cromme-Kommission“) den scheinbar richtigen Mann für den Aufsichtsratsvorsitz gefunden.
1971 begann Cromme seine Karriere beim französischen Konzern „Compangie de Saint-Gobain“. Es folgte 1986 der Wechsel in die Spitze der Krupp Stahl AG in Bochum, wo er maßgeblich an der Umstrukturierung und Fusion mit Hoesch und Thyssen zur ThyssenKrupp AG beteiligt war. Bis 2001 leitete er mit Ekkehard Schulz den neuen Konzern.
Ab 2001 wechselte Gerhard Cromme in den Aufsichtsrat als Vorsitzender. Seit 2007 ist er zudem Aufsichtsratsvorsitzender der Siemens AG, und ist Mitglied des Aufsichtsrates von bei Lufthansa, E.ON, Allianz SE, etc. pp. Zudem ist er Mitglied des „European Round Table of Industrialists“.
Durch seine Tätigkeit in der “Regierungskommission für transparente Unternehmensführung” hat Gerhard Cromme Einfluß auf die Reform des Gesellschafts- und Kapitalmarktrechts ausgeübt. Mit der Herausgabe des „Corperate Governance“ Kodex hat die Kommission zudem einen Leitfaden zur transparenten Unternehmensführung herausgegeben, der allerdings nicht bindend ist.
Nach Sieben Jahren an der Spitze der Kommission legte er seine Tätigkeit in diesem Jahr nieder, begründet durch die hohe Arbeitsbelastung seiner weiteren Tätigkeiten.
Gerhard Cromme wurde am 25. Februar 1943 in Vechta geboren. Er ist verheiratet und Vater von vier Töchtern. Er studierte in den 1960er Jahren Jura und Volkswirtschaftslehre in Münster, Lausanne, Paris und Havard und promovierte 1969 in Münster zum Dr. jur.
Durch seinen Einfluss in etlichen Konzernen kann man Gerhard Cromme sicherlich als den „Regenten“ des Deutschen Wirtschaftslebens bezeichnen. Wo sich jedoch eine so hohe Konzentration von Macht und Einfluss häuft, ist immer auch Vorsicht angebracht, denn wer kontrolliert die Kontrolleure?
Die in den Medien verbreiteten Nachrichten können einen schon nachdenklich machen. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht über Spitzelaffären, Steuerhinterziehung, Korruption, oder Insidergeschäfte berichtet wird. Das Vertrauen in die deutschen Topmanager scheint erschüttert.
Zum einen können diese Herren offenbar machen, was sie wollen. Sie werden ja gegen jedes und alles versichert. Ob es gigantische Verluste durch „Fehlkäufe“ (Daimler-Chrysler) und Spekulation („Subprime-Krise“) sind, massenhafte Entlassungen (Deutsche Bank, Telekom, Siemens) zur „Gewinnmaximierung“ getätigt werden, Lobbys die derzeitige Politik zu ihren Gunsten gestalten (Bertelsmann, INSM, BDA, BDI), Politiker mit Aufsichtsratspöstchen für willfährige Dienste (Schröder, Müller, Clement) belohnt werden, oder man direkt besticht (Hartz, VW, Siemens) und erpresst (Springer mit Drohung von Massenentlassungen bei der PIN AG).
Natürlich sollte man die Informationsbeschaffung mit allen Mitteln (Telekom, Schäuble, Zumwinkel), oder die direkte Manipulation von Nachrichten („Peak Oil?“, Subprime-Krise) in den Leitmedien nicht vergessen.
Dafür erhalten unsere „Leistungsträger“ Millionenschwere Jahresgehälter, Aktienoptionen in Millionenhöhe (Zumwinkel, Wiedeking), einen Dienstwagen, First-Class-Tickets oder den Betriebsjet und dergleichen mehr. Dass es hierfür auch massiv Ehrendoktor-Würden, Ehrenbürgerschaften und Verdienst-Orden wie -Kreuze regnet, mit Pomp und Gala und all den hochgestellten Persönlichkeiten der Öffentlichkeit, lässt mich doch zumindest ein wenig nachdenklich werden.
Wenn man der „Elite“ dann nicht mal die paar Stiftungen (LGT Group Lichtenstein, Bertelsmann-Stiftung) gönnt, ist wirklich ein Skandal.
Dass ein Herr Schäuble da den „Terrorismus“ über uns hinweg rollen sieht, und „Gefährder“ die Grundfeste der Gesellschaft erschüttern, da kann man schon verstehen, warum wir ein neues „Sicherheitskonzept“ („BKA- Novelle“, Vorratsdatenspeicherung, Bundeswehr im Inneren, Kompetenzzentren, „Nationaler Sicherheitsrat“, E-Card, E-Pass) brauchen.
Big Schäuble is watching you, könnte man meinen.
Nimmt mal einer der Herren seinen Hut, weil er es zu arg getrieben hat, dann winken noch Abfindungen in Millionenhöhe, der Sitz im nächsten Aufsichtsrat oder die ehrenamtliche Tätigkeit in einer der unzähligen Lobby-Organisationen ( „um Deutschland “fit” zu machen für die „Herausforderungen“ in der globalisierten Welt“). Mancher geht dann auch gerne mal ins Ausland (von Pierer), oder spannt auch mal aus vom Stress des ganzen Entscheidens
Das mach ich jetzt auch, ich krieg sonst Kopfschmerzen, wenn ich weiter darüber Nachdenke.
Vor genau 10 Jahren wurde die Europäische Zentralbank (EZB) gegründet. Die EZB markiert mit ihrer Gründung den Wunsch der Europäischen Union, in Fragen der Finanz- und Währungspolitik eine gemeinsame Institution zu schaffen. Ihr Sitz ist Frankfurt am Main, der erste Präsident war Wim Duisenberg (”Mr. Euro”). Derzeitiger Präsident ist der Franzose Jean-Claude Trichet.
Bereits seit dem 14. Mai laufen die Kulturtage der EZB und bieten ein Buntes Programm. Ein Schwerpunkt liegt auf Klassischer Musik, daneben gibt es Vorträge, Filmreihen, eine Ausstellung der Kunstsammlungen der Nationalen Zentralbanken, aber auch Tanztheater und ein Märchenfestival. Besonders bemüht ist man um den Nachwuchs, dem eine Plattform geboten wird. Die Jubiläumsfeierlichkeiten enden am 2. Juni.
Mit Einführung des Euro obliegt der EZB mit den nationalen Notenbaken die Wahrung der Preisstabilität („Inflation“) in der Wirtschaftszone,. Sie ist angehalten, die politischen Vorgaben der Mitgliedsländer zu erfüllen, nämlich einen stabilen Währungsraum zu schaffen, der Zukunftssicher ist, und den Turbulenzen der Finanzmärkte ein Kontrollorgan entgegen zu setzen.
Durch Transparentes Handeln soll sie Vertrauen schaffen, und im Währungsraum durch die ihr zur Verfügung gestellten Finanzpolitischen Instrumente (zum Beispiel Aufsicht und Geldpolitik) auf wirtschaftliche Tendenzen Einfluss nehmen. Ein gutes Beispiel sind die Finanzmarkt- politischen Entscheidungen in Bezug auf die Subprime-Krise in den Vereinigten Staaten.
Die EZB ist auch für den Umlauf der Geldmenge verantwortlich, obwohl sie nicht direkt die Ausgabe abwickelt, sondern dies die einzelnen nationalen Notenbanken erledigen.
Aus kritischen Kreisen wird oft bemängelt, dass die EZB zu restriktiv an der Preisstabilität und der Geldmarktpolitik festhält. Dies würde das Wirtschaftswachstum bremsen. Andererseits hat die Zentralbank eben durch ihre rigide Politik bis jetzt eine ausufernde Inflation eindämmen können.
Bis jetzt hat die Bank einen guten Job gemacht und alle größeren Krisen bewältigt. Man kann ihr nur wünschen, dass sie die nächste Dekade ebenso erfolgreich bestehen wird.