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Heinrich von Pierer, der “Mr. Siemens”

Autor: Marco
abgelegt in: Neuigkeiten

“Politische Verantwortung in einem wirtschaftlichen Umfeld zu fordern, ist deplatziert.” Klaus Kleinfeld

H. von Pierer © dpaHeinrich von Pierer, geboren am 26. Januar in Erlangen, besuchte das dortige Gymnasium Friedericanum und studierte an der Friedrich-Alexander-Universität in seiner Geburtsstadt Rechtswissenschaften und Volkswirtschaftslehre. Er promovierte 1968 zum Dr. jur. und erlangte das Diplom zum Volkswirt.

1969 begann Heinrich von Pierer seine Laufbahn bei der Siemens AG , 1989 wurde er Mitglied des Vorstandes. Er war Vorstandvorsitzender von 1992 bis Ende 2004 und wechselte anschließend als Vorsitzender in den Aufsichtsrat, wo er unter anderem als Mitglied des Prüfungsausschusses für die Korruptionsvorwürfe gegen Siemens tätig war.

Er legte seine Tätigkeit im Januar 2007 nieder, nachdem Vorwürfe der Verwicklung seiner Person in die Affäre aufgekommen waren.

Er blieb bis April 2008 Leiter des Rates für Innovation und Wachstum, welches als Beratergremium der Bundesregierung fungiert. Zudem hat von Pierer weitere Aufsichtsratssitze in einigen großen Unternehmen der Deutschen Wirtschaft.

Erst nachdem bekannt wurde, dass Vorermittlungen der Staatsanwaltschaft aufgenommen wurden, die von Pierer in Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre brachten, hat Kanzlerin Merkel verkündet, auf eine weitere Zusammenarbeit zu verzichten. Für Herrn von Pierer scheinen seine Verwicklungen in dieser Angelegenheit jedoch nicht Karriere-schädigend zu sein, er wird in den Vorstand des türkischen Konzerns Koç Holding wechseln.

Wenn man jetzt vor dem Hintergrund des Schmiergeldskandals, die in die Zeit von von Pierers Vorstandsvorsitz fällt, die Verwicklungen von Politik und Wirtschaft betrachtet, sowie deren ungebremste Lobbyarbeit in den Ministerien sieht, muss man sich ernsthaft fragen, ob und wie denn hier die Interessen der Wirtschaft von denen der Gesellschaft zu trennen sein sollen.

Wenn Berater von hohen Volksvertretern mit fragwürdigen Methoden und dubiosen Interessenvertretungen Politik machen, ist abzusehen, dass ein Land nur schlecht zu führen ist, da das Umfeld der Regierung mehr im Eigeninteresse einzelner Lobbies versinkt als in der Lösung von gesamtgesellschaftlichen Problemen.

Good Night Banana;-)

Nachtrag:

Herr von Pierer scheint darüber nachgedacht zu haben, daß er wohl einige Fehler während seiner Siemenszeit gemacht hat. Es ist immerhin löblich, daß er wenn auch spät, und natürlich erst, nachdem er Deutschland verliess, sich dessen bewußt wurde.


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