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Adolf Merckle – Ein Suizid mit Folgen

Autor: Marco
abgelegt in: Neuigkeiten

Adolf Merckle, der Besitzer der Merckle-Group, eine Unternehmensgruppe mit 100.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von gut 30 Milliarden € ist am Montag, dem 5. Januar in den Freitod gegangen.

Neben dem persönlichen Verlust für die Familie, die hier mit Sicherheit noch einige Trauerarbeit zu leisten hat, nahmen Unternehmen und Belegschaften in großen Zeitungsanzeigen Abschied vom Unternehmer. Am Sonntag kamen 2000 Menschen in Blaubeuren zusammen, die Abschied nahmen von einem der letzten Unternehmer der „alten Garde“.

Adolf Merckle wurde am 18. März 1934 in Dresden geboren. Sein Vater Ludwig war damals schon Pharmazeut mit Zwei Betrieben im böhmischen Aussig, die Arzneimittel herstellten. 1945 musste die Familie aus dem Sudetenland fliehen, sie wurden enteignet. Der Vater baute seinen Betrieb in Blaubeuren wieder auf.

Sohn Adolf verfolgte zunächst eine andere Karriere. Nach seinem Abitur studierte er Rechtswissenschaften und arbeitete bis 1967 als Anwalt in Hamburg. 1967 erbte er das Unternehmen vom Vater und zog nach Blaubeuren zurück, um die Geschäfte des elterlichen Betriebes weiterzuführen. Er expandierte mit seiner Firma sehr schnell, bis er 1974 mit der Ratiopharm GmbH eine wahre Goldgrube eröffnete: Die Herstellung und der Verkauf sogenannter Generika. Arzneimittel, deren Patente abgelaufen waren und somit frei von jedem hergestellt und gehandelt werden konnten. Mit der Ratiopharm im Kern wuchs die Firma Merckle zu einem weitverzweigten Unternehmen, das zum Schluss mit 100.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 30 Milliarden Euro ein wahrhaftes Grossgewicht in der Unternehmerlandschaft war. Zu den wichtigsten Stützen der Gruppe gehörten nahmhafte Unternehmen wie die HeidelbergCement, Kässbohrer Phönix Group und VEM Sachsenwerk.

Merckle war im November letzten Jahres in die Schlagzeilen geraten, als bekannt wurde, dass er mit der Spekulation von VW-Aktien einen Milliardenverlust eingefahren hatte. Als folge hiervon bat er die Landesregierung um eine Bürgschaft, da seine Unternehmensgruppe in die Insolvenz zu geraten drohte. Auch mit einem Bankenkonsortium stand er in Verhandlungen, die allerdings auf eine Zerschlagung der Merckle-Group hinarbeiteten.

Ihm selbst war der Druck wohl zu gross, schliesslich war das Unternehmen sein Lebenswerk. Die Gruppe wurde geleitet von der VEM Vermögensverwaltung, über die die Familie Merckle direkt und indirekt die Fäden in der Konzernleitung zieht. In den wichtigsten Firmen saßen in führenden Positionen Familienmitglieder und Vertrauenspersonen. Merckle selbst war seit 1997 nicht mehr offiziell in der Unternehmensführung. So wie es Aussieht, wird der Konzern wohl zerschlagen, um die Insolvenz abzuwenden. Einige Firmen, wie die selbstgegründete Ratiopharm werden verkauft, um dringend benötigtes Kapital zu erlangen.

Man kann der Familie nur Glück wünschen aus dieser für sie schwierigen Zeit wieder in sicheres Fahrwasser zu gelangen.


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