Der Käufer der insolventen Kaufhaus-Kette Karstadt und das Vermieterkonsortium Highstreet verhandeln in London über die Miethöhe der Filialen. Berggruen hat seine Bereitschaft für eine schnelle Einigung geäussert, was auch im Interesse der Angestellten des Karstadt-Konzerns liegen würde.
Obwohl Nicolas Berggruen erst letzte Woche den Zuschlag für die Warenhauskette Karstadt erhalten hat, spricht er sich schon für eine rasche Einigung mit Highstreet aus. Da die meisten der Filialen dem Vermieterkonsortium unterstehen, ist eine Übereinkunft dringend notwendig. Sollte dies nicht geschehen, steht die Kette und ihre 25.000 Mitarbeiter vor dem Aus. Berggruen hält die aktuellen Mieten für unangebracht und nicht marktüblich, und hält daher an seiner Forderung für vergünstigte Konditionen fest.
Berggruen als Retter für Karstadt?
Die Voraussetzungen für erfolgreiche Verhandlungen sind nicht allzu schlecht, denn zumindest der neue Besitzer Berggruen zeigte sich vor Beginn der Gespräche mit Highstreet betont optimistisch: “Wir sind nicht mehr sehr weit auseinander. Bei Highstreet wissen sie doch genau, dass ihre Weigerung zur Zerschlagung von Karstadt führen würde. Und dann würden sie noch viel weniger Miete bekommen.”
Berggruen und Karstadt - Eine Verbindung mit Zukunft?
Auf der anderen Seite zeit sich Highstreet etwas verwirrt über die unklaren Ziele von Berggruen. Ein Plan mit Mietsenkungen über die kommenden 5 Jahre sei auch im Interesse des Vermietkonsortiums. Bereits der ausgearbeitete Insolvenzplan beinhaltete einen Sanierungsbeitrag von 160 Millionen Euro über drei Jahre.
Highstreet wich von den ursprünglich veranschlagten 270 Millionen Euro Miete ab, und plante für 2010 eine Summe von 210 Millionen ein. In wie weit sich diese Kalkulation mit Berggruens Vorstellungen deckt, lässt sich nur vermuten, da er sich zu keinem eindeutigen Kommentar hinreissen liess.
Bleibt zu hoffen, das durch eine baldige Einigung der beiden Seiten die Finanzierung der Kaufhauskette gesichert und eine Liquidation von Karstadt verhindert werden kann, und so die Arbeitsplätze langfristig erhalten bleiben.