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Isländische Regierung übernimmt Kontrolle über den Bankensektor

Autor: Marco
abgelegt in: Neuigkeiten

Die Woche konnte turbulenter für die Börsianer kaum beginnen: Nachdem am Wochenende der so genannte „Paulson-Plan“ vom US-Parlament durchgewunken wurde, die Iren letzte Woche eine uneingeschränkte Garantie auf Bankeinlagen aussprachen, Deutschland und Eu dem folgten, sowie eine späte Einigung in letzter Minute bei der Nachbesserung der Kreditabsicherung für die angeschlagene Hypo Real Estate sich durchsetzte und der Finanzgipfel der Europäischen G7-Staaten ohne nennenswertes Ergebnis blieb, rauschten die Aktienkurse am Montag im freien Fall mit teilweise dramatischen Verlusten in einen Börsencrash, den die Welt so nur 1929/30 erlebte. Das war eindeutig ein Schwarzer Montag für die Finanzwelt.

Egal welcher Index, egal an welchem Ort auf der Welt, überall verloren die Börsen massiv an Wert. Zeitweise wurde der Handel in einigen Ländern ausgesetzt, so in Russland, Brasilien und Island.

Heute morgen kam dann die Nachricht, dass das Isländische Parlament eine Notstandsverordnung verabschiedete, die ihr eine Weitgehende Kontrolle über die Banken und den Bankensektor einräumt. Im Hintergrund liegen die hoch riskanten Geschäfte der Isländischen Banken, die massiv und aggressiv im Markt mit ABS, MBS, CDO`s und anderen „innovativen“ Finanzprodukten handelten und vom Zusammenbruch der Kreditmärkte derart in Mitleidenschaft gezogen wurden, dass das Isländische Parlament keine andere Lösung sah, als die Banken quasi zu verstaatlichen.

Die Bilanzsumme der drei größten Banken Islands ist mit dem zehnfachen des Isländischen Bruttoinlandsproduktes bewertet, es liegt also bei ca. 200 Milliarden USD.

Ausgehend von einer Bevölkerung von 300.000 Einwohnern, von denen fast 70 % im Dienstleistungsgewerbe tätig sind, kann man hier von einem bedrohlichen Szenario reden, denen der Isländische Präsident mit der Notstandsverordnung zu begegnen sucht.


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  1. Dax mit zweitschlechtestem Jahr seiner Geschichte – Minus von 40% | Börseninformationen schreibt:

    […] die so mancher Bank letztendlich das Genick brachen und selbst kleine Staaten wie Island an den Rand des Ruins beförderten. Was bleibt den Geldhäusern für die Zukunft? […]

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