Klaus Hubert Görg, Insolvensverwalter der traditionsreichen Warenhauskette Karstadt, hat gestern Nachmittag beim Essener Amtgericht einen Insolvenzplan eingereicht. Er sieht vor, den Konzern mit seinen 120 Häusern sowie rund 25 000 Mitarbeitern komplett zu erhalten.
Klaus Hubert Görg teilte mit, dass der Insolvenzplan ein ausgereiftes Konzept beinhalte, in welches viel Zeit und Mühe investiert wurde. Es sei ihm gelungen, dass Gläubiger - Mitarbeiter/Innen, Vermieter, Lieferanten und weitere Dienstleister - auf einen dreistelligen Millionenbetrag verzichten würden.
Dem Inkrafttreten des Insolvenzplanes muss nicht nur dass Amtsgericht in Essen, sondern auch die Gläubigerversammlung zustimmen. Klaus Hubert Görg strebt an, einen Käufer für das Unternehmen zu finden, so dass es nicht zu einer Zerschlagung von Karstadt kommt.
Hierdurch könnten bestehende Geschäftsbeziehungen fortgeführt werden, die einen Neustart erheblich erleichtern würden. Von ehemals dreissig Kaufinteressenten sind noch sechs im Rennen. Die Verbindlichkeiten (Gehälter, Steuern, Kredite, Zinsen) des Hauses belaufen sich insgesamt auf etwa 2,7 milliarden Euro.
Kritiker bezweifeln, ob die “Komplettlösung” wirklich zu realisieren ist. Der Insolvenzplan sieht vor, dass alle 120 Filialen für mehrere Jahre weiterbetrieben werden müssen und dass die Belegschaft zu halten ist. Bereits beschlossen ist die endgültige Schliessung von 13 Filialen.
Das Inkrafttreten des Insolvenzplanes setzt voraus, dass bis zum 30. April eine schriftliche Übernahmezusage eines Interessenten vorliegt. Diese muss anschliessend bis zum 30. September vertraglich fixiert werden.