Arbeitsmarkt: Immer mehr Deutsche wagen den Schritt in die Selbstständigkeit
Rund 954.000 Bundesbürger sind im wahrsten Sinne des Wortes ihr eigener Herr. Die Zahl der Freiberufler hat sich seit 1992 verdoppelt und wächst beständig. Experten begründen das einerseits mit der Angst vor Arbeitslosigkeit. Andererseits gibt es viele Berufe, in denen eine Angestellten-Beschäftigung klare Nachteile birgt.
Zwar sind Selbstständige finanziell kaum abgesichert - eine Arbeitslosenversicherung gibt es nicht, Krankenversicherungen müssen selbst getragen werden, ebenso die Altersvorsorge. Andererseits kontrollieren sie den gesamten Arbeits- und Verkaufsprozess. Viele empfinden dieses “Mehr” an Verantwortlichkeit als geradezu erleichternd. Frei nach dem Motto “Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott” stürzen sie sich regelrecht in ihre Arbeit. Überstunden, geregelte Arbeitszeiten oder Wochenenden sind für die meisten Freiberufler nicht relevant. Gearbeitet wird, wenn Arbeit da ist; notfalls rund um die Uhr.
Daneben nimmt die Zahl derer, die in “klassischen” freien Berufen arbeiten - also Journalisten, Musiker, Dozenten, Kuratoren, Lektoren etc. - etwas zu. Daraus sollte man aber nicht folgern, dass immer mehr junge Menschen diese Berufe lernen. Vielmehr ermöglichen neue Technologien, allen voran das Internet, es beispielsweise Journalisten, ortsunabhängig für verschiedene Zeitungen zu arbeiten. Früher war das zwar grundsätzlich möglich, viele zogen aber eine Festeinstellung vor.