Die Notstandsmeldungen bei den Banken im Zuge der Finanzkrise wollen einfach nicht abreißen. Nachdem in der vergangenen Woche bekannt wurde, dass die Düsseldorfer IKB mit Verlusten in Höhe von circa sechs Milliarden Euro rechnen muss und dadurch die staatseigene Förderbank KfW ihre Risikovorsorge auf 4,8 Milliarden erhöhen musste, kommen allmählich die wirklichen Abschreibungszahlen der anderen Bankinstitute an die Öffentlichkeit.
Bisher war man davon ausgegangen, die Finanz- und Immobilienkrise sei ein temporäres Phänomen, geht aber inzwischen davon aus, dass die Auswirkungen bis zum Ende des kommenden Jahres anhalten werden. Die größten Investmentbanken haben eine Gesamtsumme von 27 Milliarden Euro abschrieben und inwieweit sich diese Zahl noch weiter erhöht, wird das nächste Frühjahr zeigen, wenn die Banken ihre Jahresbilanzen präsentieren. Besonders hart wird es wohl wieder die US-Banken wie Bank of America und Citigroup treffen, die mit weiteren zwei beziehungsweise 7,5 Milliarden an Abschreibungen rechnen.
Neben den klassischen Immobilienkrediten haben auch zunehmend Auto- und Konsumentenkredite an Attraktivität verloren, werden aber von den Banken noch nicht abgestoßen, weil auf diesem Sektor noch Hoffnung auf Besserung besteht.
Hier eine kurze Übersicht zu den Abschreibungen ausgewählter Banken (alle Angaben in Milliarden Euro)
Merrill Lynch 5,8 – Citigroup 4,4 – UBS 2,4 – Deutsche Bank 2,2 – Credit Suisse 1,3 – Bank of America 1,1 – Dresdner Bank 0,6 – Commerzbank 0,3