Die Kaufhauskette Hertie, die seit 2005 im Besitz des britischen Investors Dawnay Day ist, hat Insolvenz angemeldet. Die britische Investmentgruppe “Dawnay Day” habe Zahlungsschwierigkeiten und stelle die Unterstützung für die Hertie-Gruppe ein.
Das Traditionshaus Hertie, das 1882 von Oscar Tietz in Gera eröffnet wurde und zu den größten Deutschen Handelsketten zählte, wurde 1993 von der damaligen Karstadt-Quelle AG (jetzt Arcandor AG) aufgekauft und 2005 an den britischen Investor für 500 Millionen Euro verkauft.
Seit 2005 befand sich das Unternehmen leicht defizitär in der Umstrukturierung. Durch die Weigerung des britischen Besitzers, Dawnay Day, weiter Liquidität in die Hertie-Gruppe zu pumpen, sah sich die Geschäftsführung veranlasst, Insolvenz anzumelden, da Gespräche über eine weitere Finanzierung zuvor gescheitert waren. Es soll nach neuen Investoren und Eigentümern gesucht werden.
Die Landesregierung von Nordrhein-Westfahlen (NRW) signalisierte die Bereitschaft, eine Bürgschaft anzunehmen, wenn das Unternehmen hierdurch erhalten werden könnte. Immerhin stehen 4100 Arbeitsplätze an 73 Standorten auf dem Spiel.
Ob und wie die Sanierung funktionieren könnte, ist noch nicht ersichtlich. Es kämen mehrere Varianten ins Spiel. Eine Zerschlagung wäre möglich, ebenso eine Trennung vom Immobilienbesitz der Hertie-Gruppe. Allen beteiligten am liebsten wäre ein Duo aus einem Finanz-Investor mit einem strategischem Eigentümer, der Branchenkenner ist und langfristig investieren wolle.
Der Name Hertie sei schließlich Markenzeichen und Hertie-Kaufhäuser als so genannte „Nachbarschaftskaufhäuser“ gut aufgestellt. Die Probleme des Unternehmens seien bei fehlerhaftem Management in der Logistik und ein Warenangebot, welches nicht kundengerecht sei, zu finden.
Finanzchef Mark Rahman sieht gute Chancen auf den Erhalt des Unternehmens.