Die Turbulenzen an den Finanzmärkten haben die deutsche Realwirtschaft erreicht. Geplatzte Spekulationen auf Immobilienkredite sorgten für massiven Abschreibungsbedarf bei fast allen großen Instituten. War es vor der Offenlegung dieser harten Tatsachen noch möglich, für den Erwerb von Immobilien einen entsprechenden Kredit genehmigt zu bekommen, so brechen nun andere Zeiten an.
Der Grund für den fehlenden Erfolg besagter Finanzwetten liegt auf der Hand: Kreditnehmer sind wegen fehlender Bonität nicht in der Lage, die von ihnen geforderten Rückzahlungen zu leisten. Die Banken waren bei der im Vorfeld getätigten Prüfung zu großzügig und haben den finanziellen Spielraum ihrer Gläubiger überschätzt. Da in der Zwischenzeit jedoch Finanzinstrumente für die Kreditpakete geschaffen wurden, in die auch institutionelle Anleger investiert haben, rollte die Lawine der Zahlungsunfähigkeit durch die Bücher selbst namhafter Häuser.
Steigender Unwille zur Kreditvergabe führt dazu, dass weniger Immobilien verkauft werden können, wodurch die Wirtschaft abgeschwächt wird. Die Wertentwicklung der Grundstücke und Häuser wird weniger positiv ausfallen oder sogar rückläufig. Gerade auf Sektoren mit viel Potential, Immobilien in Gelsenkirchen stellen hier ein gutes Beispiel dar, kommt die Aufholjagd zu den sonst üblichen Durchschnittswerten eventuell nicht richtig in Fahrt. Verkäufer sind dann auf ausländische Investoren angewiesen, die wegen der anhaltenden Schwäche des US-Dollars wohl eher aus dem Vereinigten Königreich oder dem Mittleren Osten kommen dürften.
Anleger zeigen sich insgesamt jedoch vorsichtig, da ein Abgleiten in eine Rezession einen Wertverfall auf den Immobilienmärkten zur Folge haben könnte. Zwar befinden sich hochpreisige Luxus-Immobilien noch auf relativ sicherem Eis, gerade für die Mittelklasse erschwingliche Objekte könnten jedoch deutlich billiger werden. Bissige Kritiker werden wohl behaupten, dass dies in einigen Regionen wie München eine überfällige Abkühlung darstellt. Sobald sich die Banken aber wieder in Sicherheit wähnen, heißt es auch dort wieder: Geld kommt immer zu Geld.