Wie am Wochenende zu erfahren war, hat Wirtschaftsminister Michael Glos das Handtuch geschmissen. In einem Brief an Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer habe er seinen Wunsch bekräftigt, aus dem Amt entlassen zu werden, um wie geplant sich auf seinen Ruhestand vorzubereiten und den Weg frei zu machen für die „Erneuerung“ der CSU.
Und dies fällt ihm jetzt spontan ein.
Es hat sicherlich nichts mit dem kleinen Fauxpas zu tun, den der Herr Minister Dienstang vergange Woche in der Berliner Charlottenstraße mit einem Polizisten hatte. Es soll zu einem scharfen Wortwechsel und einem kleinen „Unfall“ gekommen sein. Genaueres kann man hier lesen.
Nun denn, der Wechsel von Glos in den Ruhestand ist wohl in Sack und Tüten und der Nachfolger steht wohl auch schon fest. Es wird Karl Theodor zu Guttenberg sein, seines Zeichens Generalsekretär der CSU und Familienunternehmer mit einer langen glorreichen Familientradition. Was ihn allerdings zum Wirtschaftsminister qualifiziert, darüber herrscht Schweigen.
Einige munkeln ja, den Aufstieg verdanke Guttenberg seinem guten Draht zu Seehofer, andere sehen in seinem eloquenten Wesen und seiner Redebegabung die „Qualitäten“ für diesen Posten. Vielleicht ist es auch sein “guter Draht” zu den Eliten dieses landes. Auf jedenfall halte ich es nicht für ausreichend, einen Familienunternehmer mit 38 Mitarbeitern im Betrieb als tauglich für einen Ministerposten zu benennen. Hier dürfte mal wieder Amigomentalität und Parteiküngel als wahrer Urheber dieser Besetzungsposse durchgekommen sein.
Sicher ist: Neues Blut braucht die Republik.
Aber warum ständig Leute auf Posten gehievt werden, die eigentlich keine Ahnung von ihrem neuen Metier haben, das wird wohl ein immerwährendes Geheimnis der „Realpolitik“ bleiben.