Nach den Skandalen der letzten Monate scheint langsam Ruhe bei der Siemens AG einzukehren. Der Konzern hat mit Gerhard Cromme, den Vorsitzenden der Regierungskommission für transparente Unternehmensführung („Cromme-Kommission“) den scheinbar richtigen Mann für den Aufsichtsratsvorsitz gefunden.
1971 begann Cromme seine Karriere beim französischen Konzern „Compangie de Saint-Gobain“. Es folgte 1986 der Wechsel in die Spitze der Krupp Stahl AG in Bochum, wo er maßgeblich an der Umstrukturierung und Fusion mit Hoesch und Thyssen zur ThyssenKrupp AG beteiligt war. Bis 2001 leitete er mit Ekkehard Schulz den neuen Konzern.
Ab 2001 wechselte Gerhard Cromme in den Aufsichtsrat als Vorsitzender. Seit 2007 ist er zudem Aufsichtsratsvorsitzender der Siemens AG, und ist Mitglied des Aufsichtsrates von bei Lufthansa, E.ON, Allianz SE, etc. pp. Zudem ist er Mitglied des „European Round Table of Industrialists“.
Durch seine Tätigkeit in der “Regierungskommission für transparente Unternehmensführung” hat Gerhard Cromme Einfluß auf die Reform des Gesellschafts- und Kapitalmarktrechts ausgeübt. Mit der Herausgabe des „Corperate Governance“ Kodex hat die Kommission zudem einen Leitfaden zur transparenten Unternehmensführung herausgegeben, der allerdings nicht bindend ist.
Nach Sieben Jahren an der Spitze der Kommission legte er seine Tätigkeit in diesem Jahr nieder, begründet durch die hohe Arbeitsbelastung seiner weiteren Tätigkeiten.
Gerhard Cromme wurde am 25. Februar 1943 in Vechta geboren. Er ist verheiratet und Vater von vier Töchtern. Er studierte in den 1960er Jahren Jura und Volkswirtschaftslehre in Münster, Lausanne, Paris und Havard und promovierte 1969 in Münster zum Dr. jur.
Durch seinen Einfluss in etlichen Konzernen kann man Gerhard Cromme sicherlich als den „Regenten“ des Deutschen Wirtschaftslebens bezeichnen. Wo sich jedoch eine so hohe Konzentration von Macht und Einfluss häuft, ist immer auch Vorsicht angebracht, denn wer kontrolliert die Kontrolleure?