Egal, wie man es macht, man macht es falsch. Das wäre der Eindruck, den man gewinnen möchte, schaut man sich an, was derzeit an den Finanzplätzen passiert.
Obwohl die Staatengemeinschaft mit bis zu 2 Billionen Euro den Unternehmen der Finanzbranche Stützung anbietet, werden diese von den Unternehmen je nach Land doch sehr unterschiedlich wahrgenommen. Die Französische Finanzbranche scheint keine Scheu zu haben, das Rettungspaket der Regierung Sarkozy anzunehmen, während hier in Deutschland die Banken sehr zurückhaltend zu sein scheinen.
Allerdings könnte ein guter Grund sein, dass die Unternehmen sich scheuen, Bürgschaften und Kredite vom Staat anzunehmen und dafür einen Obulus zu entrichten, der marktüblich sein soll. So steht es jedenfalls in der Verordnung zum Finanzmarktstabilisierungsgesetz (FMStG).
Oder die Banken horten derzeit ihre Rücklagen, und hoffen auf eine Verbesserung der Lage durch die neuen Bilanzierungsregeln, die sich am anglo-amerikanischen Modell orientieren und dieser Tage in kraft getreten sind.
Das wäre allerdings nur ein Kosmetischer Trick, denn die Bankiers können zwar ihre Credit Default Swaps, Collaterized Debt Obligations, Asset backed Securities und so weiter zu den Preisen in ihre Bücher schreiben, mit denen sie die Papiere noch aktiv handelten, doch deswegen steigen deren Werte nicht.
Ich denke, was den meisten Investoren und Bankiers hier am meisten aufstößt ist schlicht und einfach die Tatsache, dass der Finanzmarktstabilisierungsfonds nicht einfach ungesehen ihre faulen Papiere zu Traumpreisen aus ihren Portfolios herauslöst, sondern „nur“ Bürgschaften vergibt, um die Banken am Interbankenmarkt und dem Kreditmarkt zu unterstützen.
Was nicht heissen wird, dass die Finanzbranche nicht auf diese Hilfe zugreifen wird, wenn der Image-Schaden nicht mehr so groß ist, sprich der Fokus der Öffentlichkeit sich in angemessener Zeit mit anderen Themen beschäftigt, als der Frage nachzugehen, welche Bank als erste sich als „hilfebedürftig“ erweist.
Dass die Realwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen wird ist bereits eine Tatsache. Aufgrund des Zusammengebrochen Marktes für Kredit-Derivate, dem austrocknen des Interbankenhandels, der Korrekturen an den Devisenmärkten und der Flucht vieler Anleger in Staatsanleihen, haben zum Beispiel die Automobil-Hersteller erste Konsequenzen gezogen und ihre Produktionen gedrosselt.
Und um dem Vergessen vorzubeugen: Die Aktienmärkte waren schon öfter auf einem solchem Niveau, wie wir es heute erleben. Zuletzt Notierte der Frankfurter DAX vor gut 4 Jahren auf heutigem Stand. Allerdings nicht mit den derzeitigen Begleiterscheinungen.