Wie der US-Amerikanische Finanzminister Henry Paulson verlauten ließ, sollen die beiden größten Hypotheken-Banken Fannie Mae und Freddie Mac unter staatliche Kontrolle gestellt werden. Die Aktien wurden aus dem Markt genommen.
Dies sei das Ergebnis eines Krisengespräches von Vorstand und Regierung, das am Wochenende stattfand. Die zuständige Behörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) soll die Geschäfte bis auf weiteres führen. Dies solle zur Stabilisierung der Finanz- und Immbilienmärkte beitragen, wie Paulson betonte.
Ausgegangen wird von einem weiteren Finanzierungsbedarf von 200 bis 300 Milliarden Dollar, die durch den Staat aufgebracht werden müssen. Insofern gilt die Aussage Paulsons, dass „kein Anlass bestehe, das die Rettungsaktion die Steuerzahler Geld kosten“ wird, als pure Augenwischerei. Und das ein Ende der Finanz- und Immobilienkrise durch die staatliche Kontrolle eingeleitet würde, wie so manche Trader scheinbar hoffen, davon kann man nicht ausgehen.
Es gelten weiterhin gut 4 Millionen Hausbesitzer in den USA als Insolvent. Etliche mehr als gefährdet. Erschwerend kommt hinzu, dass Fannie und Freddy seit Jahren Zweifelhafte Bilanzierungspraktiken an den Tag legten und nicht korrekt Gewinne und Verluste auswiesen. Dies könne zu weiteren Ausfällen führen, sollten die in den Büchern nicht ausgewiesenen Kredite sich als faul erweisen.
Fannie Mae, ursprünglich als staatliches Unternehmen gegründet („Federal National Mortgage Association, FNMA“), war Teil des „New Deal“, der unter Präsident Roosevelt ins Leben gerufen wurde, um unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren eine Stabilisierung der Wirtschaft herbeizuführen. Dabei standen besonders die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und staatliche Investitionsprogramme auf der Agenda. 1938 wurde dann die FNMA ins Leben gerufen, um den Bürgern günstige Konditionen für den Hausbau zur Hand zu geben. Fanny wurde in den 1960er Jahren Privatisiert, als die US-Regierung unter Lyndon B. Johnson in den Vietnamkrieg eintrat.
Fanny Mae hat Verbindlichkeiten in Höhe von 2.400 Milliarden Dollar. Zusammen mit Freddy Mac halten die beiden Institute Hypotheken und Kredite von gut 5 Billionen Dollar und stehen somit für ca. 50 % der vergebenen Kredite am US-Immobilienmarkt.
Insgesamt wird von einem Volumen von bis zu 13,5 Billionen Dollar ausgegangen, die bei Staatsbanken, Staatsfonds und Investoren in Form von Anleihen, Schuldverschreibungen und Aktien gehalten sind.
Somit ist zu verstehen, warum die US-Regierung ein starkes Interesse hat, die beiden Unternehmen zu stützen.