Während Europa mit der Schuldenkrise zu kämpfen hat, kann sich die USA über einen steilen Anstieg ihrer Währungskraft freuen, denn der U.S.-Dollar ist derzeit die beste Anlageklassen.
Finanzexperten haben seit einiger Zeit bereits eine Stärkung des U.S.-Dollars beobachtet, obwohl dieser für Viele schon einmal als abgeschrieben galt. Vor allem im November legte der Dollar als Investmentklasse erstaunlich zu, 2012 soll Experten nach ganz sein Jahr werden. Auch wenn das öffentliche Bild derzeit noch etwas anders aussieht, scheint es daher, als könnte der U.S.-Dollar nicht nur den angeschlagenen Euro, sondern auch andere Währungen weit hinter sich lassen.
Die Schuldenkrise der EU-Staaten macht nicht nur den inländischen Unternehmen zu schaffen, sondern sorgt auch zunehmend dafür, das ausländische Investoren vor allem aus den USA und Asien sich vom hiesigen Markt fernhalten. Europäische Anleihen finden demnach immer weniger Käufer, während die Schuldenagentur einen massiven Rückgang in der Nachfrage für Bundesschuldtitel verzeichnet.
Derweil will sich die EZB, die bereits Staatsanleihen im Wert von mehr als 200 Milliarden Euro erworben hat, von ihrer Rolle als Retter in der Not befreien. Gemeinsam mit anderen Notenbanken hatte sie zwar mit einer kurzfristigen Erweiterung der Geldmittel auf dem Finanzmarkt eine deutliche Steigerung des DAX und des Euro-Wertes gegenüber dem U.S.-Dollar bewirkt, gleichzeitig aber auch den Handel an der Wallstreet begünstigt und Ängste um eine mögliche Inflation geschürt. Und der Aufwärtstrend am europäischen Devisenmarkt war nur von kurzer Dauer.
In Zusammenarbeit mit Notenbanken wie der Fed senkte die EZB die Zinsen für Dollar-Tauschgeschäfte innerhalb des Bankensystems. So soll der Erwerb von U.S.-Dollars vor allem für europäische Banken erleichtert werden, die zuletzt wegen der Hortung mancher Geldinstitute kaum noch an günstige Dollar-Kredite herankamen. Und das Geschäft mit dem Dollar wird immer attraktiver: Eine Wertsteigerung um etwa drei Prozent konnte er gegenüber dem Euro im November verbuchen, das Minus vom Jahresbeginn ist fast vollständig ausgeglichen und auch der Dollar-Index konnte sich um nahezu drei Prozent steigern.
Nachdem der Anteil des U.S.-Dollars an den Devisenreserven der Notenbanken von mehr als 70 auf nur noch 62 Prozent gefallen und der des Euro zuletzt auf 26 Prozent gestiegen war, könnte nun der umgekehrte Trend einsetzen, meinen Finanzexperten. So wird der Dollar auch als Anlageklasse immer attraktiver, zumal andere wie der DAX oder Anleihen nur einen minimalen Zuwachs verbuchen konnten oder mittlerweile gar Verluste hinnehmen mussten. So ist die USA mit ihrer langsam erstarkenden Währung derzeit die scheinbar sicherere Alternative für Anleger und Investoren, während der Euro zunehmend zu kämpfen hat.