Die Börse begeleitet uns jeden Tag und bestimmt zum großen Teil unser Zeitgeschehen. Doch woher kommt eigentlich der Name und seit wann gibt es sie?
Die Börse ist nicht nur eine Erfindung des 19. und 20. Jahrhunderts. Nein, sie ist eigentlich fast schon so alt wie der organisierte Handel. Bereits bei den alten Römern und Griechen finden sich Berichte spekulative Finanzgeschäfte und auch über Finanzkrisen. Im Italien des 12. Jahrhunderts gab es bereist Versammlungen von Kaufleuten, Wechslern und Maklern, die unseren heutiegn Börsenversammlungen relativ ähnlich waren.
Im 14. Jahrhundert war in Pisa, Florenz, Venedig und Genua der Börsenhandel schon ziemlich ausgereift. Mit dem stetig wachsenden Handelsvolumen und der anzahl der Marktteilnehmer wurde das Aufstellen gewisser Regeln nötig. In Brügge entstand dann im Jahr 1409 der erste offizielle Handelsplatz. Daher kommt wohl auch der Name “Börse”, da sich die Händler zu ihren Geschäften vor dem Haus der reichen Kaufmannsfamilie “van der Beurse” trafen. Schnell folgten auch Börsen in Antwerpen, London, Toulouse und Lyon. Die ersten deutschen Börsen entstanden dann um das Jahr 1500 in Nürnberg und Augsburg, dem Sitz der Familie Fugger.
Gehandelt wurde damals mit bereits fertigen Produkten, Rohstoffen, sowie den bereits damals existierenden Staatsanleihen. Mehr und mehr wurde auch der Ruf nach einem festen Dach über dem Kopf lauter. So wurde 1602 in Amsterdam das erste Gebäude eröffnet, das ausschließlich dem Börsenhandel dienen sollte. Im selben Jahr wurde hier auch die erste Aktie gehandelt.
Der erste bekannte Börsencrash ereignete sich dann 1720, ausgelöst durch die hohen Staatsschulden in England. Die Börse von New York öffnete im Jahr 1792 und die in Frankfurt nahm 1820 ihren Handel auf.
Der größte Börsencrash in der Geschichte des Aktienhandels dürfte jedem bekannt sein, der sog. “Schwarze Freitag” 1929. (dazu später mehr)
1971 hielt dann der Computer Einzug in die Börsen und veränderte den Handel grundlegend. Seit Mitte der 1990er hat dann ein wahrer Internet-Hype eingesetzt. Heute werden die meisten Wertpapiere elektronische gehandelt. Auf dem klassischen Börsenparkett betrug das Handelvolumen im Jahr 2002 in Deustchland nur noch lediglich 4% vom Gesamtumsatz.