Wie am Montag bekannt gegeben wurde, haben die letzten beiden großen Investmentbanken Goldmann Sachs und Morgan Stanley sich von ihrem Geschäftsmodell verabschiedet und wollen wieder normale Geschäftsbanken sein.
Der sonst so oft gescholtene normale Bürger soll also wieder Rendite bringen und wird großzügig mit den Erfahrenen Beratern beider Banken bedacht. Mal ehrlich: Ich soll jemandem vertrauen, der mit an der größten Finanzkrise der Welt beteiligt war? Hallo?
Mit der Umwandlung in Geschäftsbanken mit Filialnetz, Girokonto und Privatkredit erhoffen sich beide Häuser einen besseren Zugriff auf den Interbankenmarkt und kurzfristige Kreditvergaben bei der FED. Die Kontrolle soll natürlich verstärkt werden, da beide Häuser nun der Bankenaufsicht unterliegen. Das beide Unternehmen aus ihrem Kerngeschäft aussteigen werden, ist nicht anzunehmen.
Ach ja, noch was zum Nachdenken: Nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers und der Übernahme des Investmentbankings und dem Brokergeschäft in den USA gab Barclays bekannt, das sie wichtigen Managern von Lehman ihre normalen Gehälter und Boni auszahlen wolle, und zwar in Höhe von 2,5 Milliarden USD. Wenn man bedenkt, das Lehman Bros. einer der zentralen Akteure im Handel mit Asset-backet Securities und ihren Derivaten war, kann man schon verstehen, warum das Know-How erhalten bleiben soll.
Wer sonst als der Meister des Kredits auf Kredit auf Besicherung eines Kredits auf der Sicherheit eines Kredits, das irgendwo mal mit einem Kredit unterlegt war, zu dem ein Kredit gehörte, kann besser Geld und „Innovative“ Finanzprodukte generieren als der Meister selbst?
Da machen sich die 350 Millionen Euro von der KfW für Lehman nach der Insolvenz als Peanuts aus. War wohl ein Geschenk für besondere Freundschaften… Das Europageschäft von Lehman will übrigens der japanische Konkurrent Nomura Holdings übernehmen.