Ein Wertpapier der „Kötitzer Ledertuch- und Wachstuchwerke“ kostet derzeit 11.000 Euro.
Damit ist eine Aktie der seit 1923 an der Börse gezeichneten Firma die teuerste in Deutschland. Nicht schlecht für ein Unternehmen, das an der Börse zwischenzeitlich mit nur 100 Euro gehandelt wurde. 99% der KLW-Aktien hält Adolf Merckle, seines Zeichens viertreichster Mann Deutschlands. Merckle hat jetzt beschlossen, dass der Börsentraum des 1897 gegründeten Unternehmens aus Sachsen allmählich ein Ende finden sollte – eine aktive Produktion gibt es ohnehin schon lange nicht mehr. Das Aktiengeschäft dient ausschließlich der Vermögensverwaltung. Etwa 50 Aktien muss der Milliardär, dem unter anderem der ratiopharm-Konzern gehört, noch aufkaufen. Dazu will er deren jetzigen Besitzern ein verlockendes Angebot machen: Rund 14.520 Euro will er pro Wertpapier zahlen. Ein Herausdrängen von Minderheitsaktionären ist übrigens tatsächlich erlaubt, sobald mehr als 95% der Aktien eines Unternehmens in einer Hand sind. Wenn Merckle sie dann alle beisammen hat, wird das Spukunternehmen aufgelöst und Kasse gemacht. Sollte sich lohnen, meine ich - Waidmanns Heil!