Die Deutsche Bank hat 2009 einen Milliardengewinn gemacht. Josef Ackermann präsentierte für das Krisenjahr einen Gewinn von 5 Milliarden Euro nach Steuern. Für das Jahr 2008 hatte die Deutsche Bank noch einen Verlust von 3,9 Milliarden Euro hinnehmen müssen. Der Gewinn wurde vor allem im Investmentbanking erzielt. Trotz des Milliardengewinns zeigte sich Ackermann bezüglich strengerer Regeln einsichtig.
Zwei Drittel des Milliardengewinns der Deutschen Bank gehen auf das Investmentbanking des Konzerns zurück. Dabei profitierte die Deutsche Bank davon, dass mit den Investmentbanken Lehman Brothers und Bear Stearns zwei große Konkurrenten im Zuge der Finanzkrise vom Finanzmarkt ausgeschieden sind. Der Milliardengewinn der Deutschen Bank sorgt verständlicherweise für Kritik. „Es beginnt in Teilen der Finanzwirtschaft schon wieder die Art von Geschäftspolitik, die die Finanzmärkte in die Krise geführt hat“, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Heinrich Haasis.
Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann zeigte sich jedenfalls trotz des Milliardengewinns bezüglich strengerer Regeln einsichtig. „Ein verlässlicher Regulierungsrahmen, eine effektive Aufsicht und eine intakte Risikodisziplin, man kann auch sagen Risikomoral, liegen in unserem ureigenen Interesse“, so Ackermann. Dabei machte er darauf aufmerksam, dass die eigene Existenz durch zu hohe Risiken anderer Finanzhäuser bedroht werden kann.
Den Vorschriften der Aufsichtsbehörden, so Ackemann, versuche man schon teilweise zuvorzukommen. So habe man in Sachen Bonuszahlungen bereits gehandelt: der variable Gehaltsbestandteil sei zugunsten des fixen Teils reduziert worden. Zudem soll es neben Boni in guten Zeiten auch Mali in schlechten Zeiten geben. D.h., dass im Falle von Verlusten Boni zurückgefordert werden können. Mit diesen Änderungen habe man das Vergütungssystem freiwillig umgestellt, so Ackermann.
Josef Ackermann warnte jedoch trotz des Milliardengewinns vor zu viel Euphorie. Das Jahr 2010 habe zwar vielversprechend angefangen, man solle sich aber jetzt im Hinblick auf den Wirtschaftsaufschwung nicht in falscher Sicherheit wähnen. Die Erholung der Weltwirtschaft sei nämlich noch fragil und keinesfalls selbsttragend (mehr zur Deutschen Bank siehe hier).