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Deutsche Bahn plant Börsengang im Oktober

Autor: Marco
abgelegt in: Aktienmarkt

Wie Hartmut Mehdorn zum Wochenende verkündete, wolle die Deutsche Bahn AG (DB AG) ihre Tochter DB Mobility ende Oktober an die Börse bringen.

DB AG Logo

Das Bankenkonsortium für den Börsengang sei vollständig, um die geplanten 24,9 % der Tochter weltweit zu vermarkten. Insbesondere sollen auch Investoren aus dem nahen Osten, Asien und Übersee angesprochen werden.

Die Bahn selbst präsentiert sich derzeit wieder sehr Schlagzeilenträchtig mit der Ankündigung einer Fahrpreis-Erhöhung ende des Jahres, obwohl der Konzern einen Gewinn von rund 1,7 Milliarden Euro für das Geschäftsjahr 2007 ausweisen konnte und dieses Jahr mit einem kräftigen Umsatzplus gerechnet wird. Begründet wird die Fahrpreis-Erhöhung mit den gestiegenen Energie-Kosten.

Die Anleger wird es freuen, denn was gibt es besseres für Investoren, wenn ein Monopolist nicht nur kräftige Umsatzsteigerungen vermelden kann, sondern auch im gleichen Atemzug die Preise erhöht. Da lacht die Dividende, der „Kunde“ wird wie immer dumm aus der Röhre schauen.

Die Deutsche Bahn ist das letzte Tafelsilber im Staatsbesitz, was die Bundesrepublik noch veräußern kann. Es gibt zwar Überlegungen, teile des Bundes-eigenen Autobahn-Netzes an private Betreiber zu veräußern, doch gilt die DB als das Schmuckstück der Verkehrs-Infrastruktur. Mit einem Umsatz von 31 Milliarden Euro, 237.000 Mitarbeitern, einer großen Liegenschaft an Immobilien, dem Fuhrpark, dem Streckennetz und seiner Rolle als Transit-Land in der Euro-Zone gilt die DB bei Investoren als ein lohnendes Geschäft, obwohl wichtige Bereiche wie Bahnhöfe und Schienennetz im Bundesbesitz bleiben sollen und nur eine Teilprivatisierung erfolgen soll.

Kritik hagelte unterdessen aus Politik, Medien und Gewerkschaften, die manche Praktiken des Unternehmens als zweifelhaft bis unseriös werten.

So ist der ehemalige Transnet-Vorstand Norbert Hansen nach dem Beschluss zur Teilprivatisierung der Bahn als Arbeitsdirektor in den Vorstand derselben gewechselt.

Persönliche Vorteilnahme und die „Freundschaft“ zu Bahnchef Hartmut Mehdorn waren wohl die Ausschlag gebenden Gründe für den Gesinnungswechsel dieses feinen Herren.


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