Es könnte so schön sein: Nach heftigen Kurseinbrüchen zu Beginn des Jahres um bis zu 20 Prozent Wertverlust erholt sich der DAX langsam, aber stetig. Heute könnte er zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen die 7.000er Indexmarke halten. So weit so gut. Doch woher kommt das Geld für die im Vergleich stetigen Kursgewinne?
Zum einen sind da natürlich die Unternehmen, die derzeit lieber Rücklagen schaffen, also in Aktien und Rücklagen des eigenen Unternehmens anlegen, als zu investieren. Das steigert natürlich den Wert des eigenen Unternehmens.
Die Marktentwicklung hängt auch mit den massiven Finanzspritzen der EZB, der Fed und anderer Notenbanken zusammen, die zusammen weit über eine halbe Billion US-Dollar in angeschlagene Unternehmen steckten, um sie vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Die Notenbanken haben ein weiteres dazu gegeben, Banken und Investoren liquide zu halten, die wiederum die Finanzlinien zur Spekulation nutzen.
Hinzu kommen Spekulationen an den Rohstoff- und Agrar-Märkten, deren Gewinnmitnahmen in die Börse Eingang finden. Sehr schön zu beobachten ist dieses Auf und Ab an den einzelnen Indizes der jeweiligen Märkte. Derzeit sinkt zum Beispiel der Ölpreis auf 127 Dollar für Brent Oil nach seinem Peak von 135 Dollar pro Barrel vergangener Woche.
Interessanterweise steigen die wichtigsten Indizes börsennotierter Unternehmen. Es zählt natürlich das gute Gespür der Broker, wer wann wie ein- oder aussteigt bei den einzelnen Titeln. Allerdings sind es weniger private Investoren, die die Märkte treiben, sondern große Fonds und institutionelle Anleger.
Bei den derzeitigen Nachrichten ist es allerdings schwierig, korrekte Schlüsse zu ziehen. Niemand kann absehen, ob die Märkte mit der jetzigen Taktik des Kleinen-Brötchen-Backens in der Lage sein werden, die noch vor ihnen liegenden Herausforderungen zu bewältigen.
In dieser Hinsicht bleiben die Märkte weiterhin spannend.