Schon lange war der Heizölpreis nicht mehr auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie zur Zeit. Saison und Wirtschaftskrise drücken die Preise, die auch Steuererhöhungen trotzen.
Heizöl wird zu Tagespreisen gehandelt, so können die Preise in kurzer Zeit heftigen Schwankungen unterliegen. Die Heizölpreise divergieren auch von Region zu Region, so ist es in Süddeutschland in der Regel etwas teurer als im Norden. Jahres- oder Monatsmittelwerte sind daher nur wenig aussagekräftig.
Doch eins steht fest. Heizöl ist zur Zeit so günstig wie seit Jahren nicht mehr. Mit der Wirtschafts- und Finanzkrise sowie dem absoluten Höhepunkt der Preisentwicklung im Sommer 2008 sinkt der Heizölpreis und bewegt sich zur Zeit auf einem Niveau, das weniger als 50 Prozent des Preises vom Sommer 2008 entspricht und liegt Mitte April 2009 bei 50,3 Euro je 100 Litern. weiterlesen »
Zeitgleich zum Beginn der USA Wahlen gibt es interessante Neuerungen auf dem globalen Wirtschaftsmarkt. Der Ölpreis ist zur Zeit im Sinken begriffen, und zwar stetig. Wo vor ein paar Monaten ein Barrel noch 145 Dollar kostete, bewegten sich die Preise am Freitag bei ca. 107 Dollar. weiterlesen »
Die in den 1960er Jahren geschlossenen Absprachen über die Koppelung des Gaspreises an die Entwicklung des Marktwertes von Rohöl ist derzeit in die Kritik geraten.
Die so genannte Ölpreisbindung ist allerdings kein Wirtschaftspolitisches Instrument, sondern war eine interne Regelung privatwirtschaftlicher Unternehmen, Zulieferern und den Abnehmern, zum Bsp. örtliche Stadtwerke oder andere regionale Versorger.
Ursprünglich war sie gedacht als eine art Investitionssicherheit für die an der Exploration („Erschließung“) und Förderung von Erdgas beteiligten Firmen, da sie den Unternehmen eine Abnahme garantierten, der an den Preis für Rohöl gekoppelt war und somit einen Mindestpreis festlegte.
Diese Absprachen sind in den Fokus der Medien gerückt. Denn durch die bereits vorhandene Erschließung, die vorhandenen Pipelines, und das Fehlen eines eigenständigen Marktes (es gibt nur drei große Exporteure: Russland, Kuwait und Iran) ist die Preisbindung ein Segen für die am Geschäft beteiligten Unternehmen.
Insbesondere in Deutschland wurde der Gasmarkt regelrecht aufgeteilt. Die Regionen sind fest in ein Verteilernetz eingebunden, Gazprom zum Beispiel ist Hauptlieferant des deutschen Marktes.
Durch die „Anpassung“ an den Ölpreis werden die Unternehmen satte Gewinnmitnahmen einstreichen, ohne auch nur einen Handschlag getätigt zu haben.
Wie der russische Konzern Gazprom bei seinen Verhandlungen über Abnehmerpreise vorgeht, konnte man am Beispiel Ukraine beobachten. Die Ukraine sollte Ende 2005 eine Erhöhung des Lieferpreises von 50 Dollar auf 230 Dollar pro 1000 Kubikmetern hinnehmen. Das wäre fast eine verfünffachung des Preises gewesen. Man einigte sich auf eine Verdoppelung des Preises, also 100 Dollar, nachdem Gazprom den Gashahn zudrehte,solange die Ukraine sich weigerte, zu verhandeln.
Dadurch, das die Ölpreisbindung eine reine privatwirtschaftliche Angelegenheit ist, fällt es der Politik schwer, hier Maßnahmen einzuleiten, um die angekündigte Erhöhung der Verbraucherpreise bis zu 40 Prozent irgendwie doch noch zu unterbinden.
Wie die Unternehmen auf ein Anliegen der Politik reagieren werden, die in internen Absprachen festgelegten Regelungen zu lösen, kann man sich ausmalen. Denn die Ölpreisbindung ist ein Instrument der unverhofften Gewinne für die betroffenen Unternehmen.
Und dass diese davon abrücken, ist eher unwahrscheinlich, mag die deutsche Regierung noch so viel Wahlkampfrhetorik betreiben…
Henrik Müller, Redakteur beim „Manager Magazin“, erlaubt sich in seinem Blog ein brisantes Gedankenspiel.
Nach dem Opec-Gipfel des letzten Wochenendes, besonders aber aufgrund eines Gespräches, das Müller Anfang dieses Jahres mit dem Gouverneur der Notenbank der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) führte, spekuliert der Finanzjournalist über eine mögliche Abwendung der ölfördernden Staaten vom US-Dollar. Immerhin war der Dollar auf dem Opec-Gipfel als „wertloses Papier“ bezeichnet worden; wenn auch vom aktuellen Lieblingsfeind der Amerikaner, Irans Präsident Ahmadinedschad. Dass es sich hierbei durchaus nicht um eine reine Hypothese handelt, belegt ein Satz des VAE-Notenbank-Mannes:
„Unsere Dollar-Bindung ist nicht unberührbar.“
So gesagt im April 2007. Damals ging es dem Dollar noch um einiges besser als heute.
Tatsächlich wirkt sich die schwache US-Währung fatal auf den Ölpreis aus: In der Nacht zum Mittwoch kletterte der Preis für ein Barrel leichten Rohöls auf den asiatischen Märkten kurzzeitig auf 99,20 Dollar.
Die meisten Rohstoffe werden in US-Dollar gezeichnet. Schwächelt dieser, werden die Rohstoffe billiger, folglich steigt die Nachfrage. Und dann steigt der Preis. Summa summarum: Wenn die amerikanische Konjunktur schwächelt, wird Benzin in Thailand teurer.
Renommierte Marktanalysten rechnen längst damit, dass der Ölpreis auf absehbare Zeit die 100-Dollar-Marke überschreiten wird.
Ein steigender Ölpreis, warnt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, würde sich negativ auf die Konjunktur auswirken. Insofern wäre eine Abkopplung des Ölpreises vom US-Dollar auch aus Sicht der Bundesrepublik eigentlich nicht unvernünftig. Mal seh’n, was draus wird.