Eigentlich stand Opel Ende 2008 relativ gut da und auch die neue Produktpalette war attraktiv, doch inzwischen steht Opel mit dem Rücken zur Wand und ohne staatliche Hilfen droht wohl unvermeidlich die Insolvenz.
Dabei ist Quelle der Misere nicht in Rüsselsheim zu suchen, sondern in Detroit. Nicht erst seit der Finanzkrise dümpelt die amerikanische Automobilbranche vor sich hin. Kritiker werfen den Konzernen vor, mit falscher Modellpolitik und gravierenden Managementfehlern die Zeichen der Zeit verschlafen zu haben.
Ende 2008 nun platzte die Bombe, gewissermaßen. GM kündigte an, ohne Staatshilfen nicht mehr überleben zu können und die Deutsche Bank setzte das Kursziel der GM-Aktie gen Null. Als dann auch noch ein erstes Rettungspaket für die angeschlagene Branche im US-Senat scheiterte, gingen Experten davon aus, dass einer der drei großen Automobilkonzerne in Detroit die aktuelle Krise nicht überstehen würde.
Neben GM ist nun auch Chrysler akut bedroht. So wie die Bild damals berichtete, stehen 2,5 Millionen Arbeitsplätze weltweit seit dem auf dem Spiel. Auch wenn beide Konzerne kurzfristig noch Milliardenhilfen erhalten haben, schwebt beinahe täglich das Gespenst der Insolvenz über den Konzernen.
Bricht GM zusammen, steht auch Opel vor dem aus. Die schwedische Konzerntochter Saab musste den Gang zum Insolvenzverwalter bereits antreten und auch die Insolvenz von Opel scheint nicht mehr abwendbar. weiterlesen »
Das Konjunkturpaket, oder auch “Pakt für Beschäftigung und Stabilität” hat einen großen Nutzen, nämlich den für die Wirtschaft, die hier mal wieder sehr großzügig bedacht werden.
Kommen wir zum Investitionsprogramm mit 18 Milliarden Euro, das Infrastruktur- und Sanierungsmaßnahmen vorsieht. Auch hier liegt der Witz im Detail. Die Städte und Kommunen erhalten nämlich erst Geld, wenn sie einen Teil der Investitionen selbst Schultern können, sie erhalten also Zuschüsse.
Außerdem müssen alle Maßnahmen ausgeschrieben werden, und so etwas dauert. Also nichts mit sofortiger Hilfe, Verbesserung oder Instandhaltung von Schulen oder öffentlichen Gebäuden. Vielleicht dann im nächsten Jahr. Und wer kein Geld hat, der geht halt leer aus, oder muss Schulden machen. Das ist gut für die Finanzwirtschaft und schlecht für den Bürger.
A propos Wirtschaft. Für die Wirtschaft ist nichts zu teuer. Da wird auch gerne mal geklotzt. Zum Beispiel mit der Erweiterung der Bürgschaften für Unternehmen über die Staatseigene KfW- Bank von derzeit 25 auf 100 Milliarden Euro, schließlich kriegen die Unternehmer kaum noch Kredit, weil die Banken sich verzockt haben. Die wichtigste Neuerung ist allerdings der Umbau der Kurzarbeiterzuschüsse. Wer jetzt seine Mitarbeiter in Kurzarbeit schickt und ihren Lohn kürzt, kann sich nun darauf verlassen, dass der Bund einspringt, um die Lohnnebenkosten zu übernehmen. Die Regierung erhofft sich, dass so weniger Unternehmen Mitarbeiter entlassen. Zudem werden Qualifizierungsmassnahmen verstärkt ausgebaut, um die Beschäftigten fit für die Zukunft zu halten. Das Motto könnte also lauten: Nicht feuern, sondern Bilden, jetzt ist ja die Zeit da!
Ach und zum Schluss noch die „Abwrackprämie“. Wer sein 9 Jahre altes Auto zugunsten eines Neuwagens abgibt, soll 2.500 Euro vom Staat erhalten. Das spart den Autobauern so manches Bonus- und Prämienprogramm, das sie vorher selbst aufgelegt hatten. Der Bürger zahlt die Zeche.
Und welchen ökologischen Nutzen das haben soll, das wissen die Damen und Herren Koalitionspartner offensichtlich nicht.
ich bin nicht prinzipiell gegen Maßnahmen der Regierung, ich finde nur, daß man sie sinnvoller anlegen kann, und eben nicht in ein bischen Schönrechnerei und Makulatur verfällt, um zu verschleiern, wem dieses Paket dienen soll.
Nach den großen Verlusten an den Weltmärkten im Oktober und der Stabilisierung im November kommen die von Spekulation getriebenen Börsen nicht wieder richtig in Fahrt.
Obwohl Billionen Dollar an Staatsgarantien und Krediten, Konjunkturmaßnahmen, Teilverstaatlichung durch Anteilskauf und Leitzinssenkungen auf niedrigstem Niveau die Märkte stimulieren und verlorenes Vertrauen wiederherstellen sollten, funktionieren die vertrauensbildenden Maßnahmen nicht so richtig. Anstatt wie ursprünglich geplant, die Finanzwirtschaft durch die beschlossenen Massnahmen in ihrem angestammten Kerngeschäft zu stützen, herrscht weiter eine von Unsicherheit und Misstrauen geprägte Grundstimmung vor, die so langsam in der Realwirtschaft ankommt und dort zu nachhaltigen Auswirkungen führen wird. weiterlesen »
Die Schweiz ist oftmals ein Synonym für Banken und auch Nummernkontos. Aber auch hier sind die Banken nicht von der Finanzkrise verschont geblieben.
Die Schweizer Banken haben ihre Hände immer im Spiel, sagen manche Wirtschaftsexperten und spielen auf die ungeheure finanzielle Macht des Alpenstaates an.

Die Macht der Schweiz liegt in ihrem enormen Finanzkapital
Die bekanntesten und größten Geldinstitute der Schweiz sind die UBS und die Credit Suisse. Sie gehören zu den führenden Banken weltweit. Eine Liste aller schweizer Banken findet man hier.
Das meiste Geschäft machen diese zwei Banken im Privatsektor, also mit Privatkonten. Sie erwirtschaften damit ein gutes Drittel ihrer gesamten Einkünfte. Das macht sie sicher unabhängiger vom weltweiten Markt. Aber auch hier blieb die Finanzkrise nicht aus. Während sich manche dieser Bänker von keinem Headhunter Anfragen gefallen lassen müssen, sind andere stark auf Jobsuche.
Insgesamt arbeiten 128.000 Menschen auf dem schweizer Finanzmarkt. Wer hier einen Job sucht, könnte sich ja beispielsweise mal die Stellenangebote in Sankt Gallen anschauen. Arbeiten in der Schweiz lohnt sich auch, denn hier gibt es jede Menge Jobs und auch einen angenehmeren Steuersatz.
Aber viele arbeiten auch im Ausland für schweizer Banken. Vor allem in islamischen Ländern bauen die Schweizer ihre Lieblingsbranche aus. Diese Verbindung ist inzwischen zu einer Tradition geronnen und so gibt es in der Schweiz auch islamische Banken.
Die Regierungschefs der G-20 genannten Staatenrunde trafen sich in Washington D.C., um über Möglichkeiten der Überwindung der Finanzkrise zu beraten.
Es gab dabei mehrere Vorbereitungen der Europäischen Union (EU) mit Treffen der Regierungschefs am 7. und der Konferenz der Finanzminister der G20 Staaten, die sich am 8. und 9. November in Sao Paolo trafen, und über die Situation der Märkte berieten. An der Konferenz nahmen auch Vertreter der Nationalbanken, der Weltbank, IWF und WTO teil. Unter anderem mahnten die Teilnehmer eine stärkere Beteiligung der Institutionen der Weltbank, der Welthandelsorganisation (WTO) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) an. weiterlesen »
Egal, wie man es macht, man macht es falsch. Das wäre der Eindruck, den man gewinnen möchte, schaut man sich an, was derzeit an den Finanzplätzen passiert.
Obwohl die Staatengemeinschaft mit bis zu 2 Billionen Euro den Unternehmen der Finanzbranche Stützung anbietet, werden diese von den Unternehmen je nach Land doch sehr unterschiedlich wahrgenommen. Die Französische Finanzbranche scheint keine Scheu zu haben, das Rettungspaket der Regierung Sarkozy anzunehmen, während hier in Deutschland die Banken sehr zurückhaltend zu sein scheinen.
Allerdings könnte ein guter Grund sein, dass die Unternehmen sich scheuen, Bürgschaften und Kredite vom Staat anzunehmen und dafür einen Obulus zu entrichten, der marktüblich sein soll. So steht es jedenfalls in der Verordnung zum Finanzmarktstabilisierungsgesetz (FMStG). weiterlesen »
Nachdem der französische Präsident Nikolas Sarkozy sich so sehr darum bemühte, sich mit den großen europäischen Wirtschaftsnationen zu treffen, um eine gemeinsame Linie im Bezug zur derzeit herrschenden Strukturkrise im Finanzsektor zu finden, haben sich die Schlagzeilen auf ein anderes großes Thema eingeschossen:
Das Debakel um die Staatsgarantien Deutschlands für die angeschlagene Hypo Real Estate-Versicherung, weiterlesen »
Am Freitag billigte das Abgeordnetenhaus der Vereinigten Staaten das Sicherheitsleistungsgesetz („Bailout Bill“) des Finanzministers Henry M. Paulsons, mit dem Zweck des Aufkaufs von Asset backed (ABS) und Mortgage backed (MBS) Securities und Einlage in eine Auffanggesellschaft.
Zudem sollen die Einlagensicherungen der Banken von privaten Vermögenshaltern auf 250.000 Dollar erhöht werden, Hausbesitzer, kleine Unternehmen und Bezieher mittlerer Einkommen sollen gestützt werden. Ebenso Investmentbanken, Fonds und Versicherer, die ABS, MBS, und Collateral Debt Obligations (CDO`s) handelten und jetzt auf den wertlosen Papieren sitzen blieben. Um die Wirtschaft weiter mit Krediten versorgen zu können, sollen diese Derivate vom Staat aufgekauft und die Banken so in die Lage versetzt werden, wieder zu Investieren und Kapital zur Verfügung zu stellen.
Einige Kenner der Szene gehen davon aus, dass die genannten verbrieften Kreditderivate das derzeit größte Problem in den Bilanzen vieler Banken seien, und sie keine Finanzierung mehr bekommen, weil sie als nicht Liquide gelten. Um das zu ändern, hat die US-Regierung beschlossen, diese Wertlosen Papiere aus den Büchern der Banker zu Kaufen, damit die ihrem vitalen Geschäft nachgehen zu können.
Laut New York Times werden führende Mitarbeiter der Investment-Bank Goldmann Sachs an der Umsetzung des Planes beteiligt sein.
Die geplanten Kosten werden auf 700 Millarden Dollar geschätzt.
Die Deutsche Bahn will in schweren Zeiten an die Börse. Aus den USA hagelt es Horrormeldungen und auch die deutsche Börse ist längst nicht so stabil, wie sich das ein Unternehmen für sein Debüt in der Aktienwelt wünschen würde.
Vor allem aber sind die zu erwartenden Einnahmen der Aktion höchstens halb so hoch wie bei einem Börsengang der deutschen Bahn in “ruhigen” Zeiten.
Warum will Mehdorn also unbedingt jetzt an die Börse? Schließlich sind gerade für Großinvestoren die prognostizierten 4 Milliarden Einnahmen gegenüber den möglichen 8 Milliarden in gemäßigteren Zeiten ein wichtiger Punkt, der gegen die DB-Aktie spricht. Die wird nach Schätzungen der deutschen Wirtschaftsinstitute und der Schweizer UBS maximal 20 bis 21 Euro kosten. Ein vielversprechender Start sieht anders aus.
Mehdorn hat Angst vor politischen Veränderungen im nächsten Jahr. 2009 wird neu gewählt und wenn er Pech hat, ist danach das Thema Börsengang der Deutschen Bahn erstmal vom Tisch. Er riskiert also eine Menge, aber für ihn ist es der einzig realistische Ausweg. Ist natürlich die Frage, ob es für das Unternehmen nicht gesünder wäre, die Wahl abzuwarten, um eventuell danach an die Börse zu gehen, wenn diese sich wieder beruhigt hat.
Wie am Montag bekannt gegeben wurde, haben die letzten beiden großen Investmentbanken Goldmann Sachs und Morgan Stanley sich von ihrem Geschäftsmodell verabschiedet und wollen wieder normale Geschäftsbanken sein.
Der sonst so oft gescholtene normale Bürger soll also wieder Rendite bringen und wird großzügig mit den Erfahrenen Beratern beider Banken bedacht. Mal ehrlich: Ich soll jemandem vertrauen, der mit an der größten Finanzkrise der Welt beteiligt war? Hallo?
Mit der Umwandlung in Geschäftsbanken mit Filialnetz, Girokonto und Privatkredit erhoffen sich beide Häuser einen besseren Zugriff auf den Interbankenmarkt und kurzfristige Kreditvergaben bei der FED. Die Kontrolle soll natürlich verstärkt werden, da beide Häuser nun der Bankenaufsicht unterliegen. Das beide Unternehmen aus ihrem Kerngeschäft aussteigen werden, ist nicht anzunehmen.
Ach ja, noch was zum Nachdenken: Nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers und der Übernahme des Investmentbankings und dem Brokergeschäft in den USA gab Barclays bekannt, das sie wichtigen Managern von Lehman ihre normalen Gehälter und Boni auszahlen wolle, und zwar in Höhe von 2,5 Milliarden USD. Wenn man bedenkt, das Lehman Bros. einer der zentralen Akteure im Handel mit Asset-backet Securities und ihren Derivaten war, kann man schon verstehen, warum das Know-How erhalten bleiben soll.
Wer sonst als der Meister des Kredits auf Kredit auf Besicherung eines Kredits auf der Sicherheit eines Kredits, das irgendwo mal mit einem Kredit unterlegt war, zu dem ein Kredit gehörte, kann besser Geld und „Innovative“ Finanzprodukte generieren als der Meister selbst?
Da machen sich die 350 Millionen Euro von der KfW für Lehman nach der Insolvenz als Peanuts aus. War wohl ein Geschenk für besondere Freundschaften… Das Europageschäft von Lehman will übrigens der japanische Konkurrent Nomura Holdings übernehmen.