Kein anderer Mensch war bisher in der Lage, die Finanzwelt als ein einfacher Angestellter derart zu erschüttern, wie es Jérôme Kerviel gelungen ist. Der bisher unbekannte Börsenhändler der französischen Großbank Société Générale avancierte innerhalb kürzester Zeit vom Nobody zum größten Bankräuber aller Zeiten.
Der so unscheinbar wirkende Börsenhändler Jérôme Kerviel, der sich für einen Verlust von 4,9 Milliarden Euro verantwortlich zeichnet, habe sämtliche Kontrollsysteme außer Kraft gesetzt und eine unglaubliche Summe an der Börse verspekuliert. Aber wer steckt hinter der Maske jenes Mannes, dem sogar eine Teilschuld am Zusammensturz sämtlicher Börsen gegeben wird. Bekannt sind lediglich nur wenige Details aus seinem Leben. Jérôme Kerviel ist 31 Jahre alt und studierte Wirtschaft in Lyon. Sein einstiger Professor beschreibt den jungen Mann als einen „brillanten Studenten“. Seit dem Jahr 2000 gehört er zur französischen Großbank Société Générale, wo Kerviel zunächst als einfache Backoffice-Kraft tätig war. 2006 wurde er zum Börsenhändler erhoben, womit sich sein lang gehegter Lebenstraum erfüllte.
Noch im vergangenen Jahr waren seine riskanten Investitionen vom Glück gesegnet, welches ihn aber zu Beginn des neuen Jahres verlassen sollte. Durch immer neue riskante Geschäfte versuchte er die sich auftuenden Lücken wieder zu schließen, womit ein stetiger Kreislauf entstand. Das Bild vom modernen Bankräuber kann Kerviel leider nicht gänzlich ausfüllen, schließlich bereicherte er sich nicht selbst an den Geschäften. Für ihn zählten nur die Gewinne an den Börsen! Jedoch muss er als exemplarisches Beispiel herhalten, wie anfällig der Finanzmarkt für solcherlei Spekulationen ist und ohne das Wegschauen seiner Vorgesetzten wäre solche Manöver auch zu vermeiden gewesen.
Während der deutsche Aktienmarkt aufgrund der schlechten Arbeitsmarktzahlen aus Amerika gewaltig unter Druck gerät und der DAX erheblich ins Minus rutschte, erfreuen sich die Kurse einiger deutscher Bankhäuser leichter Kurssprünge, weil immer wieder Übernahmegerüchte an der Börse kursieren.
Die Kombination aus schwachem Dollar und den schlechten Arbeitsmarktzahlen aus den USA ließ den DAX an der Börse doch erheblich einbrechen. Die amerikanische Währung verlor wieder deutlich gegenüber dem Euro und wird momentan mit 1,4822 Euro gehandelt. Der zu gering ausgefallene Anstieg der Beschäftigten in den USA führte zu weiterem Druck auf den deutschen Aktienmärkten. Experten waren von einem Anstieg um 70.000 ausgegangen, letztendlich betrug die Zahl aber lediglich 18.000. Ebenso erheblichen Einfluss auf den Fall des DAX haben die deutschen Automobilkonzerne, die trotz Rekorde auf dem amerikanischen Automarkt den Tag mit teils starken Kursverlusten beendeten.
Ganz anders sieht die Situation bei der Commerzbank und der Postbank aus. Die britische Barclays Bank hat ihren Stimmrechtsanteil an dem deutschen Bankhaus auf 5,08 Prozent ausgebaut, was natürlich sofort zu Übernahmespekulationen seitens der Briten führte. Die Commerzbank-Aktie stieg am Anschluss um knapp zwei Prozent. Ganz ähnlich verhält es sich bei der Postbank, wo Post-Chef Zumwinkel den Spekulationen zur Übernahme der Postbank in einem Interview mit der Zeitung „Capital“ weiter Nahrung gab. Die Aktie konnte am Ende des Börsentages ebenfalls ein kleines Plus verbuchen.
Ein Wertpapier der „Kötitzer Ledertuch- und Wachstuchwerke“ kostet derzeit 11.000 Euro.
Damit ist eine Aktie der seit 1923 an der Börse gezeichneten Firma die teuerste in Deutschland. Nicht schlecht für ein Unternehmen, das an der Börse zwischenzeitlich mit nur 100 Euro gehandelt wurde. 99% der KLW-Aktien hält Adolf Merckle, seines Zeichens viertreichster Mann Deutschlands. Merckle hat jetzt beschlossen, dass der Börsentraum des 1897 gegründeten Unternehmens aus Sachsen allmählich ein Ende finden sollte – eine aktive Produktion gibt es ohnehin schon lange nicht mehr. Das Aktiengeschäft dient ausschließlich der Vermögensverwaltung. Etwa 50 Aktien muss der Milliardär, dem unter anderem der ratiopharm-Konzern gehört, noch aufkaufen. Dazu will er deren jetzigen Besitzern ein verlockendes Angebot machen: Rund 14.520 Euro will er pro Wertpapier zahlen. Ein Herausdrängen von Minderheitsaktionären ist übrigens tatsächlich erlaubt, sobald mehr als 95% der Aktien eines Unternehmens in einer Hand sind. Wenn Merckle sie dann alle beisammen hat, wird das Spukunternehmen aufgelöst und Kasse gemacht. Sollte sich lohnen, meine ich - Waidmanns Heil!